Donnerstag, 4.6.2026: Mit der Erweiterung des Korpus um die Zeichnungen und Druckgraphiken ist nun die Gesamtheit des künstlerischen Schaffens der Cranach-Familie und ihrer Werkstatt im Cranach Digital Archive (cda) zugänglich. Im Rahmen des 2023-2026 durch die DFG und die Ernst von Siemens Kunststiftung geförderten Forschungsprojektes und in Kooperation mit dem Berliner Kupferstich-kabinett, dem Bildarchiv Foto Marburg, dem Dresdener Kupferstich-Kabinett sowie weiteren Sammlungen gibt es jetzt erstmals ein umfassendes Verzeichnis des graphischen Werks von Lucas Cranach dem Älteren, seinen Söhnen und der Werkstatt. Dieses umfasst über 300 Zeichnungen und malerische Studien auf Papier sowie 600 druckgra-phische Werke mit insgesamt 2700 Abzügen. Dabei werden die verschiedenen Auflagen und Zustände der Druckgraphik erstmals systematisch dokumentiert. Alle Werke sind mit hochauflösenden Abbildungen sowie kunsthistorischen und kunsttechnologischen Forschungsergebnissen in Deutsch und Englisch frei zugänglich.
In den vergangenen drei Jahren besuchte das Team 25 graphische Sammlungen in Europa, fotografierte hochauflösend Zeichnungen und Graphiken, erhob umfangreiche Daten, etwa zu den verwendeten Papieren, und nutzte analytische Verfahren wie die Röntgenfluoreszenz-analyse, um die Zeichenmittel zu bestimmen. Zudem wurden neue kunsttechnologische und kunsthistorische Untersuchungsergebnisse aus den beteiligten graphischen Sammlungen zusammengeführt und in das cda integriert.
Durch die kooperative Forschung und die Bereitstellung der Forschungsdaten in einer leistungsfähigen Infrastruktur ermöglicht es das cda, ein erweitertes Verständnis der Werke, ihrer Entstehung und ihrer Bedeutung zu gewinnen. Die Ergebnisse kunsttechnologischer Untersuchungen offerieren darüber hinaus Einblicke in künstlerische Arbeitsweisen und liefern neue Hinweise zur Klärung von Zuschrei-bungs- und Datierungsfragen. Für jeden der behandelten Holzschnitte und Kupferstiche wurde anhand der großen Zahl erfasster Abzüge erstmals eine Chronologie der Verwendungen erstellt. Die Auflagen, die die Werke im Laufe der Jahrhunderte erfahren haben, konnten durch die jahrzehnelange Forschung von Armin Kunz (C.G. Boerner, New York), in ihren Charakteristika beschrieben, historisch eingeordnet und mit hochauflösendem Bildmaterial dokumentiert werden.
Besondere Features: eine interaktive Weltkarte der Aufbewahrungsorte und eine allerdings noch etwas kompliziert handhabbare Timeline.
Aktuell befinden sich im cda: 2570 Gemälde und Buchmalereien, 320 Zeichnungen und malerische Studien, 640 druckgraphische Werke mit 3300 Abzügen sowie 1340 Archivdokumente. Medial: 38400 hochauflösende Abbildungen, 10500 Textseiten in Deutsch und Englisch, 1110 weitere pdf-Dokumente und 4800 Literaturnachweise, 1900 Infrarotreflektogramme, 800 Röntgenaufnahmen u.v.m.
Quelle: https://lucascranach.org/
Sonntag, 31.5.2026: FACHTAGUNG Historisches Wissen und gesell-schaftlicher Bildungsauftrag am Beispiel des Nationalsozialismus in Baden-Württemberg am 17. und 18. Juni 2026 im Zeppelin Museum Friedrichshafen. Wie die vorangegangenen vier Tagungen dient auch diese Zusammenkunft im Zeppelin Museum der Diskussion aktueller Forschungen und Arbeitsweisen in Museen, Museen, Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Forschungseinrichtungen, die sich mit den unterschiedlichen Facetten nationalsozialistischer Politik, den NS-Verbrechen sowie dem Widerstand beschäftigen. Die Herausforderungen einer nachhaltigen zivilgesellschaftlichen Diskussion zu den Themen Geschichte und Erinnerung vor dem Hintergrund politischer Entwicklung und Radikalisierung bleiben ein aktueller Gegenstand dieses Tagungs-formats.
Der Forschungsbereich für Geschichte der Medizin am Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm in Ravensburg-Weissenau und das Denkstätten-kuratorium NS-Dokumentation Oberschwaben in Weingarten sind in diesem Jahr als organisierende Veranstalter der Tagung bereits mit vielfältigen Aspekten der Erforschung, Erinnerung und Bildung bezüglich der Geschichte und Medizingeschichte des Nationalsozialismus befasst.
Die Veranstalter laden außerdem herzlich zu folgenden Veranstaltungen ein:
1) zur Sonderausstellung „Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus“ des Zeppelin Museums
2) zur Eröffnung der Sonderausstellung „Psychiatrie und Nationalsozialismus im deutschen Südwesten am Beispiel Zweifalten 1933-1945“ im Stadtarchiv Friedrichshafen abends am 16. Juni. Die Ausstellung des Württembergischen Psychiatriemuseums ist im Stadtarchiv Friedrichshafen bis 11. September zu sehen.
Anmeldung erforderlich bis 7.6.2026 unter anmeldung@zeppelin-museum.de oder
katharina.witner@zfp-zentrum.de
Freitag, 29. 5.2026: Ab jetzt zertifiziert die DEKRA als Prüfungspartner die Nachhaltigkeit deutscher Museen: Das Pilotprojekt zur neuen Zertifizierung „Ausgezeichnet nachhaltig!“ des Deutschen Museumsbundes wurde erfolgreich abgeschlossen. Mit der Zertifizierung „Ausgezeichnet nachhaltig!“ hatte der Deutsche Museumsbund einen umfassenden Kriterienkatalog entwickelt, der Museen dabei unterstützt, Nachhaltigkeit strukturiert und praxisnah umzusetzen. Ziel des Pilotprojekts war es, die Praxistauglichkeit der Anforderungen gemeinsam mit Museen unterschiedlicher Größenordnungen zu überprüfen und zu bewerten.
Als unabhängige Prüforganisation hat die DEKRA das Prjekt begleitet und Expertise insbesondere hinsichtlich der Umsetzbarkeit, der Bewertung und Prüfung der Kriterien eingebracht. Zu den Aufgaben gehörten die Sichtung der eingereichten Unterlagen, die Bewertung der Kriterienerfüllung, die Dokumentation der Ergebnisse sowie Hinweise zu Nebenabweichungen und Verbesserungspotenzialen. Die Erkenntnisse aus den Pilotprojekten flossen direkt in die Weiterentwicklung des Kriterienkatalogs ein.
https://www.museumsbund.de/ausgezeichnet-nachhaltig-nachhaltigkeitszertifizierung-fuer-museen-geht-an-den-start/
Mittwoch, 27.5.2026: Durch den schweren russischen Beschuss mit Drohnen- und Mittelstreckenraketen in der Nacht zum Pfingstsonntag sind im Kiewer Stadtzentrum mehrere Kulturinstitutionen beschädigt worden. Druckwellen führten zur Zerstörung von Fenstern und Innenräumen des Nationalen Kunstmuseums sowie des Nationalen Tschernobyl-Museums. Schwer beschädigt wurde in Kiew ferner das Nationale Zentrum „Ukrainisches Haus“, das vormalige Lenin-Museum. Infolge der Angriffe wurden außerdem das städtische Opernhaus von Kiew sowie die Kammeroper der ukrainischen Hauptstadt beschädigt. Durch Druckwellen und Trümmerteile wurden darüber hinaus das Dominikanerkloster und die Christi-Geburt-Kirche auf dem Postplatz beschädigt.
Museumsobjekte blieben, da ausgelagert, unbeschädigt.
Quelle: FAZ; The ARTNEWSLETTER
Donnerstag, 21. 5.2026: The proposed Revised ICOM Code of Ethics for Museums in the three ICOM official languages is now available on AGORA. The revised version of the Code of Ethics has been submitted to the vote of the 41st General Assembly that will take place on 25 June 2026. https://agora.icom.museum/
Dienstag, 5.5.2026: Wichtige internationale Zoom-Tagung zur Geschichte der Papierrestaurierung: Veranstalter: Paul Getty Museum und Rijksmuseum, Datum: 13-14. Mai 2026. Programm und Anmeldung: https://www.getty.edu/calendar/drawings-conservation-ethics/
Montag, 20.6.2026: Der ART-Kuratorenpreis für die beste Ausstellung im deutschsprachigen Raum des Jahres 2025 geht an FORMEN DER ANPASSUNG. KUNSTHANDWERK UND DESIGN IM NATIONALSOZIALISMUS. Die Ausstellung war vom 27.11.2025 bis 12.4.2026 im Leipziger GRASSI Museum für Angewandte Kunst zu sehen. Mit dem ART-Kuratorenpreis würdigt die ART, Europas größtes Kunstmagazin, herausragende kuratorische Leistungen. Für diese Auszeichnung hatte die Redaktion insgesamt zwölf besondere Ausstellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nominiert. Idee und Konzept zur Ausstellung FORMEN DER ANPASSUNG stammen von Hauptkurator Dr. Frank Werner/ Berlin und wurden in intensiver Zusammenarbeit mit dem dreiköpfigen Co-Kuratorenteam des Museums, bestehend aus Sabine Epple (Kuratorin für Moderne), Dr. Stefanie Seeberg (Kuratorin für Textil) und Nicolas Karpf (Wiss. Volontär), weiterentwickelt und realisiert.
Donnerstag: 16.4.2026: Bei einer Protestaktion am 14.4.26 im Bode-Museum in Berlin hat sich eine Demonstrantin der Gruppe "Neue Generation" mit Sekundenkleber an eine Vitrine im Bode-Museum geklebt. Die Demonstrantin war als Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verkleidet und die Vitrine beinhaltete sinnigerweise Münzen. Mit der Protestaktion kritisiere sie, dass Reiche „nicht die nötige kritische Distanz zur Wirtschaft“ halte, „um als Ministerin im Sinne der Bevölkerung unabhängig zu entscheiden“, schrieb die Gruppierung. Ein Sprecher der Polizei gab an, dass gegen die Frau u.a. wegen Hausfriedensbruchs ermittelt werde.
Quelle: Redaktionsnetzwerk Deutschland
Mittwoch, 15.4.2026: Erneut heftige Kritik an DMB-Leitfaden: Ist der DMB nun von Aktivisten unterwandert? Dieser Frage geht Andreas Kilb in der FAZ nach. https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/leitfaden-für-museen-nistet-der-rassismus-in-den-vitrinen/ar-AA20SCpa?ocid=msedgdhp&apiversion=v2&domshim=1&noservercache=1&noservertelemetry=1&batchservertelemetry=1&renderwebcomponents=1&wcseo=1
Mittwoch 15.4.2026: am Freitag, den 24. April und Samstag, den 25. April 2026 findet das Symposium Caring for Photography. Fürsorge in kuratorischer und fotografischer Praxis im Museum Folkwang statt. Veranstaltet wird es vom aktuellen Jahrgang des Stipendienprogramms „MuseumskuratorInnen für Fotografie“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Nationale und internationale KuratorInnen, KünstlerInnen, VermittlerInnen und ForscherInnen sind eingeladen, um über kuratorische Fürsorge als gelebte Praxis zu sprechen.
Beitragende sind u.a. Sascia Bailer, Dawoud Bey, Susanne Keichel, Lisa Klosterkötter, Cate Lartey, Fiona McGovern, Aslı Özdemir, Guinevere Ras, Roxana Rios und Mark Sealy.
Mittwoch, 8.4.2026: BKA und DMB warnen vor gezielten Diebstählen ostasiatischer Keramiken: Wir haben in unseren Medien bereits über die Einbrüche in Hildesheim und Köln berichtet. Die Diebesbande hat aber europaweit noch an anderen Orten zugeschlagen, was weniger bekannt ist, so beim Royal Museum of Mariemont in Morlanwelz (Belgien) am 21.4.24 (vollendeter Einbruch), beim Museum Monserrat in Sintra (Portugal) am 27.8.2024 (vollendeter Einbruch), und beim Musée Adrien-Dubouché in Limoges (Frankreich) am 3.9.2025 (vollendeter Einbruch). Zudem wurden aktuelle Ausspähungen und eventuelle Ausspähversuche deutscher Museen sowie in einem niederländischen Auktionshaus festgestellt (mit den Museen und der örtlich zuständigen Polizei wurde Kontakt aufgenommen). Bitte sorgen Sie in den nächsten Monaten für verstärkte Sicherheit für ausgestellte Keramiken aus dem ostasiatischen Raum. MEHR auch in der kommenden EXPOTIME!.
Quelle: BKA
Dienstag, 7.4.2026: Der Arbeitskreis Bildung und Vermittlung und der Arbeitskreis Verwaltungsleitung im Deutschen Museumsbund laden in Kooperation mit dem Bundesverband Museumspädagogik (BVMP) zu einer zu einer ersten juristischen Einordnung rund um Fragestellungen zum “Herrenberg Urteil” ein. Rechtsanwalt Dr. Robert Zeissig informiert über veränderte rechtliche Rahmenbedingungen und ordnet juristisch ein, was das Urteil für Museen und Selbständige bedeutet.
Das „Herrenberg Urteil“ des Bundessozialgerichts von 2022 sorgt bundesweit für Verunsicherung – auch in der Museumsszene. Im Fokus stehen die Auswirkungen des Urteils auf Beschäftigungsverhältnisse in Museen – und damit auf die Zusammenarbeit mit selbständig Tätigen. Museen müssen sowohl mit abhängig Beschäftigten als auch mit selbstständig Tätigen arbeiten. Dabei stellen sich zentrale Fragen, die beide Seiten betreffen: Unter welchen Voraussetzungen ist eine weitere Zusammenarbeit von Museen und selbstständig Tätigen möglich? Wie muss selbstständige Tätigkeit gestaltet sein, um sowohl arbeits als auch sozialrechtlich als rechtssicher zu gelten? Welche Kriterien werden von der Deutschen Rentenversicherung aktuell angewendet, wie sieht es nach Ende 2027 aus? Was ist in der Interimszeit bis Ende 2027 zu beachten, welche Regelungen greifen derzeit? Welche Merkmale werden bei der Abgrenzung von Selbstständigkeit und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zugrunde gelegt?
Die Online-Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht notwendig. Termin: Montag, 20. April 2026, 10 bis 12 Uhr
Zur Vorinformation: https://www.museumsbund.de/herrenberg-urteil-2/
Mittwoch, 1.4.2026: „Der Präsident der Vereinigten Staaten ist der Verwalter des Weißen Hauses für künftige Generationen von Präsidentenfamilien. Er ist jedoch nicht der Eigentümer!“ Richard J. Leon, ein Richter des Bezirksgerichts Washington D.C., hat für den Ballsaal des Weißen Hauses nach dem Abriss des Ostflügels einen Baustop angeordnet und verlangt, dass das Weiße Haus die Zustimmung des Kongresses für Donald Trumps 400-Millionen-Dollar-Bauprojekt einholen muss.
Das mit 19 Ausrufezeichen gespickte 35seitige Urteil erging nur zwei Tage vor der geplanten Sitzung der National Capital Planning Commission am 2. April. Bei dieser Sitzung soll das Projekt die letzte administrative Hürde nehmen. Aufgrund des Urteils von Richter Leon wird erwartet, dass der Fall letztendlich vor dem Obersten Gerichtshof landet. „Im Kern geht es in diesem Fall darum, ob der Präsident die Macht hat, auf dem Gelände des Weißen Hauses mit privaten Mitteln einen Ballsaal zu errichten, ohne die Zustimmung des Kongresses einzuholen“, schrieb Richter Leon in seiner Urteilsbegründung und führte die US-Verfassung als Quelle dafür an, warum dies unzulässig sei. „Die Eigentumsklausel, die Haushaltsklausel und die Bezirksklausel begründen gemeinsam die Vorrangstellung des Kongresses in Bezug auf Bundeseigentum, Bundesausgaben und den District of Columbia.“ Ein Bundesgesetz erlaube dem Präsidenten lediglich Reparaturen, Umbauten und Verbesserungen an der Präsidentenresidenz im Weißen Haus bis zu einer vom Kongress bewilligten Summe von knapp 2,5 Millionen Dollar. Die Liste der Maßnahmen, die der Präsident zur Instandhaltung des Weißen Hauses ergreifen darf, enthalte Begriffe wie „Pflege, Wartung, Reparatur“ und „Klimaanlage, Heizung und Beleuchtung“, wie der Richter betonte. Diese Begriffe ließen eher an Dinge wie den Austausch von Glühbirnen, die Reparatur kaputter Möbel und das Erneuern der Tapete denken, nicht aber an den kompletten Abriss ganzer Gebäude und den Bau neuer. „Der Präsident kann sich jederzeit an den Kongress wenden, um die ausdrückliche Genehmigung zum Bau eines Ballsaals und dessen Finanzierung mit privaten Mitteln zu erhalten. Der Kongress kann sogar beschließen, Mittel für den Ballsaal bereitzustellen.“
Die Entscheidung wurde vom National Trust for Historic Preservation begrüßt, der kurz nach dem Abriss des Ostflügels Klage gegen die Trump-Regierung eingereicht und diese nach der Abweisung angepasst hatte. „Dies ist ein Sieg für das amerikanische Volk in einem Projekt, das einen der beliebtesten und symbolträchtigsten Orte unseres Landes für immer prägt“, sagte Carol Quillen, Präsidentin und Geschäftsführerin des National Trust.
Quelle: Art Newspaper Daily v. 1.4.2026
Montag, 30.3.2026: Diesmal professioneller Kunstdiebstahl in Italien: Wie br24 und der italienische Nachrichtensender SkyTG24 berichten, haben maskierte Einbrecher in der Nacht zum 23. März das Museum der Stiftung Magnani Rocca in Traversetolo bei Parma um drei Gemälde beraubt. Sie brachen die Eingangstür auf, raubten die Werke in weniger als drei Minuten und flohen anschließend durch den Park des Museums. Weil die Alarmanlage losgegangen und sehr schnell Sicherheitsleute sowie die Polizei eingetroffen seien, hätten die Diebe jedoch schon nach kurzer Zeit flüchten müssen. Gestohlen wurden Werke von Renoir (Drei Fische), Cézanne ("Natura morta con ciliegie") und Matisse ("Odalisca sulla terrazza"). Bei dem Museum handelt es sich um jenes der Stiftung Magnani Rocca, hervorgegangen aus der Sammlung des 1984 gestorbenen Kunsthistorikers Luigi Magnani.
Mittwoch, 25.3.2026: Ein Wasserschaden am Rohbau des teuersten deutschen Museums (s.u.) von Herzog & de Meuron, in Berlin wegen seiner plumpen kommerziellen Form „Kulturscheune“ oder „ALDI-Nord Museum“ genannt (offiziell mittlerweile: „Berlin Modern“), beschäftigt heute die Bundesregierung. Durch den merkwürdigen Wasserschaden kommt es auf jeden Fall zu einer weiteren Kostensteigerung – wie hoch, wird erst nach weiteren Analysen bekanntgegeben. Zudem wird die Eröffnung aller Wahrscheinlichkeit nach erneut weiter nach hinten verschoben: war zunächst beim offiziellen Ideenwettbewerb von einer Eröffnung im Jahr 2021 die Rede*, wurde die Eröffnung später für 2028 geplant, dann auf 2029 verschoben. Jetzt werden es wohl die 30-er Jahre werden. Das geht aus dem Halbjahresbericht von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer an den Haushaltsausschuss des Bundestages über den Rohbaufortschritt hervor, welcher der Regionalredaktion von t-online in Berlin vorliegt. Weimars Bericht für die nichtöffentliche Sitzung hätte eigentlich unter Verschluss bleiben sollen.
Damit erinnert dieses Bundesprojekt an die Tragikomödien von Stuttgart 21 und Berlin-Schönefeld. Das Bauwerk mit besonders tiefen Kellern in einer Gegend mit sehr hohem Grundwasserspiegel weist besonders in den unteren Stockwerken „ausgeprägte Feuchtigkeitsschäden“ auf den Betonoberflächen auf. Weimer gibt – vielleicht vorschnell – als Ursachen nicht unsachgemäße Erstellung, sondern „Auswirkungen der hohen Luftfeuchtigkeit des Jahres 2025“ an. Ohne die tatsächlichen Ursachen abschließend eruiert zu haben, sei ein Sanierungskonzept bereits in Auftrag gegeben worden. Dies bestätigte auch die die Pressesprecherin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die Präsidentin der Stiftung, Prof. Dr. Marion Ackermann, hatte noch vor kurzem beim Richtfest öffentlich Zuversicht gezeigt, die extrem hohen Baukosten (507 Mio. €) für den Bau in Supermarktsform senken zu können. Daraus wird nun nichts, denn Weimers Zwischenbericht erwartet „deutliche Auswirkungen und einen mehrmonatigen Terminverzug“ - und daran sollen nicht ungeeignete Auftragsinhalte oder Baufehler, sondern - völlig unbeeinflussbar - Wetter oder Klimawandel schuld sein.
Quellen:
Michael Stanic: Teure Retromode. Berlins Millionengräber. In: MUSEUM AKTUELL 293 (2023), S. 23-29, hier S. 28 In dem Artikel findet sich auch ein Foto der tiefen Baugrube. https://maex-uploads.de/wp-content/ebooks/ebook-86/index.html
Dienstag, 24.3.2026: Experimente im „No go“-Sektor: Verändert Google demnächst Quellen durch KI? Das Swiss IT Magazine berichtet, dass Google in seiner Suchmaschine testweise damit begonnen hat, Original-Headlines von gefundenen News-Artikeln durch KI-generierte Titel zu ersetzen. So schon geschehen bei "The Verge" seit einiger Zeit im Discover News Feed. Eine ganze Reihe von Mitarbeitenden des Online-Magazins haben in den letzten Monaten immer wieder davon berichtet, dass ihre Titel nicht im Original in den Suchresultaten von Google erschienen seien. Die Ersatztitel würden nicht den redaktionellen Gepflogenheiten des Magazins entsprechen. Außerdem habe Google eingeräumt, dass nicht nur die Titel von News-Artikeln, sondern auch Titel von anderen Websites für die Suchresultate per KI angepasst wurden. Auf Anfrage haben Google-Sprecher gegenüber "The Verge" geäussert, es handle sich um ein „kleines, eng gefasstes Experiment“, das noch nicht für eine allgemeine Freigabe zugelassen sei.


















