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Wissenschaftler / Scientists, collectors

In diesem Who is Who findenSie aus Vergangenheit und Gegenwart Wissenschaftler, Museumsmitarbeiter und -gründer, Forscher, Museologen, Sammler nach einer Idee von Prof. Dr. Zbynek Stránský. Die Sprache ist deutsch.

This Who is Who of museum personnel, museologists, collectors, museum founders etc. consists of a nearly daily enlarged database. This database is open to all scientists collectors and museum founders from the 16th to the 21st century. The language is German.

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279 gefunden / found

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Adorno, Theodor. W.
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Fachwissenschaftler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren :11. 9.1903 in Frankfurt / M.
Gestorben: 31.1.1969 in Visp, Wallis
Vater: Oskar Alexander Wiesengrund
Mutter: Maria Calvelli/Adorno
Ehepartner: Dr. Margarete Karplus
 
Lebenslauf:
1921 Studium der Philosophie, Musikwissenschaft und Psychologie in Frankfurt;
1924 Promotion mit einer Arbeit über Husserl;
1925 Übersiedlung nach Wien, dort Studium der Musikkomposition bei Alban Berg;
ab 1928 Redakteur der Wiener Zeitschrift „Anbruch“;
1931 Habilitation mit einer Arbeit über Kierkegaard;
1934-37 Lehre am Norton College in Oxford;
1938 Umzug nach New York, dort tätig am Institut für Sozialforschung;
1941-49 beendete er in Los Angeles die „Dialektit der Aufklärung“ und beteiligte sich am „Berkeley Projekt on the Nature and Extent of Antisemitism“;
1949 Rückkehr nach Frankfurt als Professor am Institut für Sozialforschung;
1952-53 wieder in den USA als Leiter der Hacker Foudation;
1963 Vorsitzender der deutschen Gesellschaft für Soziologie;
seit 1968 Auseinandersetzungen mit Studenten;
 
Hauptverdienste:
Adorno ist mit M. Horkheimer der Hauptrepräsentant der Frankfurter Schule. Für die Museologie sind seine philosophischen, soziologischen und ästhetischen Ideen und Stellungnahmen inspirativ; charakteristisch ist sein Konflikt mit -> Walter Benjamin;
- in seiner „Ästhetischen Theorie“ (1970) integrierte er erkenntnistheoretisch das Museen mit Kunst und beeinflußte durch diese Reduktion der tatsächlichen Gegebenheiten die Ideen mancher Galeristen und Selbstüberschätzungen von Chefs von Kunsthallen und Kunstmuseen;
- charakteristisch ist, daß er meinte, daß „das legitime Verhältnis zu authentischen Kunstwerken der Vergangenheit Distanz, das Bewußtsein ihrer Unerreichbarkeit“ sei (1968);
- in Bezug auf Museen interessant ist auch sein Zitat von -> Paul Valéry
(Inschrift von Eingang des Palais Chaillot in Paris): „Es hängt von dem ab, der hindurchgeht, ob ich Grab bin oder Schatz, ob ich rede oder schweige, das liegt nur an dir, Freund. Tritt ein nicht ohne Wunsch“ (1953);
- Adorno sah die unvermeidliche „Musealisierung“ von Gemälden in alten Schlössern; das zeigt, wie oberflächig die Verteidigung von Museen durch manche Kulturphilosophen war.
 
Eigene Publikationen:
Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen (1933)
Philosophie der neuen Musik (1949)
Valéry Proust Museum. In: Prismen (1953)
Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Studien über Husserl und die phänomenologischen Antinomien (1956)
Drei Studien zu Hegel (1963)
Negative Dialektik (1967)
Ästhetische Theorie (1970)
 
Erwähnungen:
Scheible, H.: Theodor W. Adorno. Hamburg 1989
Sandkühler (Hg.): Europäische Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften. Hamburg 1990
[ZZS]

Bild: Verlagprospekt

 

 
Aldrovandi (Aldovandi), Ulisse
Berufsgruppe: Handwerk und angewandte Wissenschaft, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Sammler, Gründer einer musealen Institution

 
Geboren: 11.9.1522 in Bologna
Gestorben: 4.5.1605 in Bologna
 
Ausbildung:
Ausbildung: Kaufmann
Promotion: 1553 (Medizin )
 
Lebenslauf:
Ab 1560 Prof. in Bologna;
1568 Gründer des Botanischen Gartens in Bologna und Apothekeninspektor;
von 1576 an wurde er von Papst Gregor XIII. wegen dessen wissenschaftlichen Interesen unterstützt;
mehrere Reisen ins Ausland, dabei Anlegung großer botanischer und zoologischer Sammlungen;
A.s wissenschftliche Arbeit unterstützten auch Papst Sixtus V. und Kardinal Montalto.
 
Hauptverdienste:
Aldovandi studierte und sammelte Naturobjekte und wollte so die Gesamtheit der Natur repräsentieren; über 40 Jahre beschäftigte die Zeichner und bereitete eine Naturenzyklopädie vor. Er sammelte aber auch exotische Artefakte; Aldovandi formulierte die wissenschaftlich wichtige Hypothese, daß Steinwerkzeuge Artefakte aus der Prähistorie der Menschheit sind. Die Komplettierung der Sammlungen zusammen mit wissenschaftlicher Arbeit war die Grundlage seiner Systematisierung; so legte er die Grundlage für das Aldrovandi-Museum an der Univ. in Bologna, in das er nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel Geld gesteckt hat.

 
Eigene Publikationen:
Ornitologia, 3 Bde.;
Historia Monstrorum;
De Monstris.
 
Erwähnungen:
Ambrosinus, Bartholomaeus: Ulissis Aldrovandi patricii Bononiensis musaeum metallicum in libros IIII distributum Bartholomaeus Ambrosinus inpatrio Bonon. ... Bologna 1648;
Legati Lorenzo : Museo Cospiano annesso a quello del famoso Ulisse Aldrovandi. Bologna 1677; Rodriquez, F.: Il Museo Aldrovandiano nelle Bibliotheca Universitaria di Bologna, Bologna 1956; Wittlin,A.S.: Museum: In Search of a Usable Future, Cambridge (Mass.)-London 1970; Olmi,G.: Ulisse Aldrovandi. Scienca e natura nel secondo Cinquecento, Trento 1976; Tugnoli-Pattaro,S.: Metodo e sistema delle scienze nel pensiero di Ulisse Aldrovandi, Bologna 1981; OlmRi,G.: Science-honour- methafor: Italien Cabinets of the Sixteenth and Seventeenth Centuries. In: Impey/MacGregor (Hg.): The Origin of Museums, Oxford 1985;
Riedl-Dorn, Chr.: Wissenschaft und Fabelwesen / Ein kritischer Versuch über Conrad Gessner und Ulisse Aldrovandi. Wien-Köln 1989;
Lexikon der Biologie (Redaktion: Sauermost, R.; Freudig, Doris), 12 Bde., Heidelberg 1999, Bd.1, S.181. [Roth/ZZS].



 

 
Algarotti, Francesco Graf
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Medien, Auftragnehmer von musealen Einrichtungen

 
Geboren: 11.12.1712 in Venedig
Gestorben: 3.5.1764 in Pisa
Vater: Bankier
 
Lebenslauf:
Ausbildung in Rom und Bologna
Zahlreiche Reisen an europäische Fürstenhöfe zur Erlangung einer Dauerstellung;
1740/41 zunächst Versuch am Preußischen Hof, Ende jedoch mit Eklat;
1742 Ankunft in Dresden, Abfassung einer Denkschrift zur Komplettierung der Dresdner Slgn. durch seine persönlichen "Kontakte";
Reise nach Italien mit Bilderwünschen des sächsischen Kurfürsten als "Geheimer Kriegsrat", einer eher erschwerenden und kränkenden Bezeichnung, und einem persönlichen Taschengeld;
1747 Wiederaufnahme am preußischen Hof unter Zusicherung einer Pension von 3000 Talern und eines Ordens;
1753 Beurlaubung wegen Krankheit, Rückkehr nach Italien.
 
Hauptverdienste:
Unterbreitete in der Denkschrift auch den Vorschlag eines eigenständigen Galerieneubaus mit 8 Lichtkuppeln. Erwerber vieler bedeutender Werke der Dresdner Gemäldegalerie, wenngleich nicht immer Originale und auch nicht ganz soviele wie sein ebenfalls in sächsischen Diensten stehender Gegenspieler --> Ventura Rossi.
 
Eigene Publikationen:
Il Newtonianismo per le donne, ovvero Dialoghi sopra la luce in colori, Napoli 1737; Il congresso di Citera, 1743; Dialoghi sopra l'ottica newtoniana, 1752; Saggi sopra le belle arti.
 
Preise und Ehrungen:
Preußischer Orden pour le mérite; Friedrich der Große errichte ihm ein Denkmal auf dem Campo Santo in Pisa.
 
Erwähnungen:
Michelessi, D., Biografia di Francesco Conte Algarotti; Menz, Heller: Die Dresdner Gemäldegalerie. Paris und Gütersloh o.J, S. 36ff.
 

 
André, Christian Carl
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Fachwissenschaftler, Sammler

 
Geboren: 1763
Gestorben: 1820
 
Lebenslauf:
nach Beendigung seines Studiums tätig in dem berühmten Erziehungsinstitut des Ch.G. Salzmann in Schnepfenthal in der Nähe von Gotha. Salzmann integrierte Wissenschaft mit Praxis, was André noch erweiterte;
in Zusammenarbeit mit J. M. Bechstein veröffentlichte er 1791 in Braunschweig eine fünfteilige Enzyklopädie aus mit den Gebieten Natur und Gewerbe, Haus- und Landwirtschaft;
1798 Umzug nach Brno/Brünn, dort Leitung der Evangelischen Schule, doch wie J. Rückel schrieb:
"André war erstrangig auf Naturwissenschaften, speziell auf Mineralogie konzentriert";
er führte eine sehr breite wissenschaftliche Korrespodenz und war in Verbindung mit vielen namhaften Persönlichkeiten seiner Zeit;
anschließend Wirtschaftsberaters beim Grafen Salm, bei dem er die Reorganisation und Integration der damaligen Wirtschaftsgesellschaft und Heimatkundlichen Vereine zur "k. k. mährisch-schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde" durchsetzte;
nach 1806 war Graf Salm der Direktor und André der Sekretär der Gesellschaft;
André arbeitete auch ein Generalprogramm der akademieähnlichen Gesellschaft aus mit dem Ziel, den Aufstieg von Industrie und Landwirtschaft auf wissenschaftlicher Basis zu befördern;
André war überzeugt davon, daß es notwendig sei, die wissenschaftliche und erzieherische Arbeit mit einer speziellen Sammlungstätigkeit zu ergänzen; aus diesem Grunde legte er 1800 ein Konzept für ein Museum vor;
1817 wurde diese Idee in Form des Vaterländischen Museums in Brünn real;
1820 Umzug nach Stuttgart.

 
Hauptverdienste:
André kam nach Brünn mit einigen Wagen, in einem von ihnen befand sich ein "Minikabinet auf Rädern"; er sammelte vor allem Mineralien, Naturobjekte und Landwirtschaftmittel; in seinem Brünner Vorschlag von 1800, dort ein Museum aufzubauen, befindem sich auch die gesteckten Ziele:
- das Museum soll Dokumente, Muster, Beispiele oder - wo das nich möglich ist - Bilder, Beschreibungen, Schemata und Listen alle Natur- und Kunstobjekte und Kuriositäten zeigen;
- Nutzer der Sammlungen sollen Spezialisten, Interessenten und alldiejenigen sein, die etwas über Land und Erde wissen wollen;
- so hat das Museum nicht nur eine wissenschaftliche, sondern vor allem eine erzieherische Aufgabe und kann junge Leute zu Forschungs- und Entdeckungsarbeit anspornen (Hesperus 1823);
André begann schon vor der offiziellen Gründung des heutigen Mährischen Landesmusums mit der Katalogisierung der Sammlungen und führte eine eigene Form ein; bereits 1811 schlug er vor, auch Regionalmuseen aufzubauen, was erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. verwirklicht wurde. Wichtig sind auch seine frühen Anregungen, ein Herbarium (1814) und eine Insektenkollektion (1821) aus Mähren zusammenzustellen.

 
Eigene Publikationen:
André/Bechstein: Gemeinnützige Spaziergänge auf alle Tage im Jahr für Eltern, Hofmeister, Jugendlehrer und Erzieher zur Beförderung der anschauenden Erkenntnisse besonders aus dem Gebiete der Natur und Gewerbe der Haus- und Landwirtschaft, 1791.

 
Erwähnungen:
Klemm, G.: Zur Geschichte der Sammlungen für Wissenschaft und Kunst in Deutschland, Zerbst 1837; d`Elvert, Ch.: Geschichte der k. k. märisch-schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues der Natur- und Landeskunde, Brünn 1870; Orel/Stransky: Pouèení z historie Moravského muzea (Lehren aus der Geschichte des Mährischen Museums). In: Muzeologické sesity VI/1976. [ZZS]
Die Abb. zeigt ein Detail eines Porträts aus der Veröffentlichung von Orel/Stransky.
 

 
Anhalt, Dr. Utz
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Fachwissenschaftler, Medien

 
Geb. 1971 in Hannover
 
Ausbildung:
1990 Abitur. Zivildienst
Studium Geschichte / Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Mensch und Wildtier, soziale Bewegungen, nordamerikanische Kulturen, Schamanismus, Hexenforschung.
 
Lebenslauf:
2000 Magister Artium über Werwölfe.
2007 Promotion über „Tiere und Mensch als Exoten - Die Exotisierung des „Anderen“ in der Gründungs- und Entwicklungsphase der Zoos.

 
Arbeit:
Arbeit als Journalist, Dozent, für Fernsehen und Presse, in Museen und Universität. Reisen nach Venezuela, Ostafrika und zu Apachen und Comanchen in USA / Mexiko.
 
Eigene Publikationen:
Utz Anhalt: Tiere und Menschen als Exoten. Die Exotisierung des
"Anderen" in der Gründungs- und Entwicklungsphase der Zoos. Saarbrücken 2008
Der Werwolf - Ausgewählte Aspekte einer Figur der europäischen Mythengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Tollwut. Magisterarbeit 1999. E-Text im historicum.net unter hexenforschung.

The King Creator - Rastafari zwischen Emanzipation und Schöpfungsmythos. www.sopos.org 2000.

Vaudou auf Haiti - Von der Befreiungskultur zur letzten Zuflucht. www.sopos.org 2001.

Vom Bettler zum Penner - Zur Sozialgeschichte der Stigmatisierung von Armut. www.sopos.org 2001.

Der Beutelwolf - Artenschutz und soziale Emanzipation. www.sopos.org 2004.

Totenkopf und Stundenglas - Zur Symbolgeschichte der Piratenflagge. Im Jahresbuch der europäischen Gesellschaft für Totentänze 2005.

Chinesische Medizin und die andere Seite des Artenschutzes. In: Asien : Kontinent der Gegensätze. Mainz 2006.

Hugo Chavez - Populismus und soziale Bewegungen in Venezuela. In: Marcus Hawel und Gregor Kritidis: Aufschrei der Utopie - Möglichkeiten einer anderen Welt. Hannover 2006.

Tiere und Menschen als Exoten. Die Exotisierung des
"Anderen" in der Gründungs- und Entwicklungsphase der Zoos.
Saarbrücken 2008.

Hippies, Punks und Autonome: Die 68er und ihre Kinder. In. Hrsg.: Marcus Hawel, Helmut Heit, Gregor Kritidis und Utz Anhalt : Politische Protestbewegungen - Probleme und Perspektiven nach 1968. Hannover 2008.

Wüstenkrieg - Jemen, Somalia und Sudan in der Geostrategie der USA. Berlin 2010.

Beiträge "Werwölfe, Raubtiergötter und ein anthropologisches Trauma", "Vampire- Der Mythos vom lebenden Toten", "Alice im Wunderland und die Reise des Schamanen", "Die Tiere hinter den Drachen", "Satyre", "Zyklopen und Zwergelefanten", "Traum und Wirklichkeit", "Serienmörder", "Zombies in der Kulturgeschichte und im Horrorfilm" in Nautilus / Magazin für Abenteuer & Phantastik 2009 / 2010.
 
Kontakt:
Ungerstraße 18
30451 Hannover
T. 0511-8993201
 

 
Arndt, Paul Julius
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Sammler, Wirtschaft und Politik

 
Geboren: 14.10.1865 in Dresden
Gestorben: 17.7.1937 in München
Vater: Kaufmann
 
Ausbildung:
Promotion: München in 1887 (Studien zur Vasenkunde)
 
Lebenslauf:
Als Sammler und Kunsthändler kaufte und verkaufte er antike Kunst und war Belieferer namhafter Museen;
1918 erwirbt Kronprinz Rupprecht von Bayern seine Sammlung antiker Gemmen, seit 1958 befindet sich diese in der Staatlichen Münzsammlung in München.
 
Eigene Publikationen:
Griechische und römische Porträts, 1891;
Photographische Einzelaufnahmen antiker Skulpturen, 1893;
La Glyptothèque Ny Carlsberg, 1896-1911.
 
Erwähnungen:
Neugebauer, K. A.: Nachruf auf Paul Arndt. In: AA 1937; NDB; Zazof, Peter und Hilde: Gemmensammler und Gemmenforscher, 1983; Lullies 1988, S.158ff.
Die Abb. wurde dem Buch von Lullies entnommen. --> Amelung
 

 
Ashmole, Elias
Berufsgruppe: Handwerk und angewandte Wissenschaft, Verwaltung und Militär, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Fachwissenschaftler

 
Geboren: 23.5. 1617 in Lichfield
Gestorben: 18. oder 19. 5. 1692 in South Lambeth/London
Vater: Simon Ashmole , Sattler, Soldat
Ehepartner: 1) erste Frau 1638-1641 2) Manwaring 1646-1668 3) N.N.
 
Ausbildung:
Ausbildung: allgemeine Schule in Lichfield
MA: 1669
 
Lebenslauf:
1633-1638 1. Studium in London;
1638 Beginn einer juristischen Praxis in London und Fortsetzung des Jura-Studiums;
1644 Als "Royalist" von Charles I. beauftragt mit Steueraufgaben;
1645 Studium in Oxford, war das Mitglied "Brasenose College", hatte Interesse für Astronomie, Alchimie und Botanik; Abbruch des Drittstudiums;
1650 erste Bekannschaft mit -> Tradescant jun.;
1653 Mitarbeit am Katalog von Tradescant´s Raritäten;
1660 Erhalt des Titels "Windsor Herald" und Sekretär am Hof Charles I.;
1662 nach dem Tod von Tradescant entsteht ein Streit mit der Witwe um Übernahme der Sammlungen;
1669 M.A. für die Zusammenstellung der numismatischen Kollektionen der Universität;
1682 Übereignung der Sammlungen der Tradescants und von Ashmole an die Oxford Universität unter konkreten Bedingungen; hierfür wurde ein spezielles Gebäude von Christopher Wren errichtet ;
21.5.1683 feierliche Eröffnung des das Ashmolean Museum durch den zukünftigen König James II.
 
Hauptverdienste:
Ashmole war nicht nur imstande, sich am Hof durchzusetzen, sondern auch alle Positionen weidlich auszunutzen; seine wissenschaftlichkeit balancierte zwischen Fachlichkeit und Oberflächlichkeit. Die moderne Konzeption des Museums spiegelt sich in "Instituta Ashmoleana". Bei der Beantwortung der Frage, wer diese neue Konzeption ausgearbeitet hat, sollen wir nicht vergessen, daß derjenige, der alle Sammlungen aus Lambeth abtransportierte, die Ausstellungen zusammenstellte und das Museum leitete, nicht Ashmole war, sondern der Professor der Chemie und Kurator Robert Plot (1640-1696). Dessen Rolle und die der Tradescants zusammenfassend kann gesagt werden, daß das Ashmolean Museum seinen Namen zu Unrecht trägt.
 
Eigene Publikationen:
Fasciculus chemicus, 1650;
Thetrum chemicum britanicum, 1652;
The Way to Bliss, 1658;
The Instituions, Laws and Ceremonies of the Most Noble Order of the Garter, 1672.
 
Erwähnungen:
Josten, C. H.: Elias Ashmole,1617-1692, Oxford 1966; Dictionary of National Biography, Oxford University Press, London 1949-1950; Welch, M.: The Foundation of the Ashmolean Museum.In: MacGregor, A.(Hg..): Tradescant´s Rarities, Oxford 1983; MacGregor, A.: Collectors and Collections of Rarities in the Sixteenth and Seventeenth Centurie.In: MacGregor, A.(ed.): Tradescant´s Rarities, Oxford 1983; MacGregor, A.: Ashmolean Museum in Oxford. In: Muzeologické sesity X/1986; Impey/MacGregor: The Origins of Museums, Oxford 1986.
Die Abb. zeigt ein Detail eines Porträts von Elias Ashmole von John Riley, Ashmolean Museum, Oxford. [ZZS]
 

 
Bachofen, Johann Jakob
Berufsgruppe: Sammler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Verwaltung und Militär, Fachwissenschaftler

 
Geboren: 22.12.1815 in Basel
Gestorben: 25./27.11.1887 in Basel
Vater: Johann Jacob Bachofen-Merian , Bandfabrikant
Mutter: Valeria Merian
Ehepartner: Louise Elisabeth Burckhardt
 
Ausbildung:
Promotion: in Basel
 
Lebenslauf:
1840 Ordinarius für römisches Recht in Basel und Richter;
auf seinen Reisen nach Italien (1842) und Griechenland (seit 1851) Studium der Museen;
enge Verbindung mit dem Römischen Institut.
 
Hauptverdienste:
Seine Antikensammlung von über 900 Vasen, Bronzen, Lampen und anderen Gegenständen befindet sich heute im Antikenmuseum in Basel.
 
Eigene Publikationen:
Versuch über die Gräbersymbolik der Alten, 1859;
Mutterrecht, 1861;
Der Mythos von Orient und Okzident;
Über die Würfel und Hände;
Über die römische Wölfin auf Grabdenkmälern des Altertums;
Das lyrische Volk und seine Bedeutung für die Entwicklung des Altertums, 1862;
Der Bär in den Religionen des Altertums, 1863;
Die Sage von Tanaquil. Eine Untersuchung über den Orientalismus in Griechenland und Italien, 1870;
Die Unsterblichkeitslehre der orphischen Theologie auf den Grabdenkmälern des Altertums, 1867;
Römische Grablampen, 1890.
Meuli u. a. (Hg.): Johann Jacob Bachofen. Gesammelte Werke, 1943ff. (In Bd. III K. Meuli über Bachofens Leben).
 
Mitglied:
Mg. des Großen Rates; o. Mg. des Römischen Instituts;
 
Erwähnungen:
Bernouilli, C. A.: Johann Jakob Bachofen und das Natursymbol, 1926; Hildebrandt, H. J.: Der Evolutionismus in der Familienforschung des 19. Jh.. 1983, mit Lit.; Schefold, K. in: Provincialia. Festschrift R. Laur-Belart, 1968; Gelzer, Th.: Bachofen, Bern und der Bär, in: FS H. G. Bandi, JbBernHistMus 63/64/1983/84; Lullies 1988, S.41ff; Hirschberg, Walter (Hg.): Neues Wörterbuch der Völkerkunde, Berlin 1988.
Die Abb. zeigt ein Detail des Frontispiz (Foto: E. Ruf, Basel) aus J. J. Bachofens Gesammelten Werken (s.o.).
 

 
Baer, Karl Ernst von
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 28.2.1792 in Gut Piibe (Estland)
Gestorben: 28.11.1876 in Dorpat
 
Ausbildung:
Studium der Medizin, Vergl. Anatomie, Zoologie in Dorpat und Würzburg;
Promotion: 1814 (Über ethnische Krankheiten der Esten)
 
Lebenslauf:
1817 Prosektor;
1822-1834 o. Prof. für Naturgeschichte und Zoologie am Anatomischen Institut der Univ. Königsberg;
1821 Begründer und Direktor des Zoolog. Museums.
1830er Jahre ff. zunächst Leiter des Anatomischen Kabinetts, und dann auch für das anthropologische und ethnographische Museumm in St.Petersburg zuständig.
 
Hauptverdienste:
Begründer der modernen Embryologie; Entdecker des Säugetier-Eies, 1866; bedeutende embryologische Studien und Entdeckung des Säugereies.
 
Eigene Publikationen:
Über Entwicklungsgeschichte der Thiere: Beobachtungen und Reflexion, 2 Teile, Königsberg 1828-37;
De ovi mammalium et hominis genesi epistolam......Leipzig 1827;
Blicke auf die Entwicklung der Wissenschaft. Petersburg 1836;
Bericht über die Zusammenkunft einiger Anthropologen im Sep. 1861 in Göttingen. Leipzig 1861;
Reden und kleinere Aufsätze, 3 Bd.. St. Petersburg 1864-1876;
Entwickelt sich die Larve der einfachen Ascidien in der ersten Zeit nach dem Typus der Wirbeltiere? In: Mém. de l´Acad. Imp. des Sci. de St. Pétersbourg, VII sér., 19 (1873a) 8;
Zum Streit über den Darwinismus. In: Augsburger Allg. Ztg. (1873 b), Beil, S. 1986-1988.

 
Mitglied:
1829-1830 und ab 1834 Mitglied für Zoologie der ADA St. Petersburg;
1846-1862 o. Akad. Mitglied für vergl. Anatomie und Physilogie.
 
Preise und Ehrungen:
Ab 1834 ordentliches Mg. der Akademie in St. Petersburg.

 
Erwähnungen:
Lexikon der Biologie (Redaktion Sauermost, R.; Freudig, Doris), 12 Bde., Heidelberg 1999, Bd.2, S.187; Schmitt, M.(Hg.): Darwin & Co. ? Eine Geschichte der Biologie in Porträts, München 2001, S.299ff.; Buberl/Dückershoff (Hg.): Palast des Wissens. Die Kunst- und Wunderkammer Zar Peters des Großen, Bd. Kat. Aus. Dortmund und Gotha. München 2003, S.21; Jahn, Ilse (Hg.): Geschichte der Biologie – Theorien, Methoden, Kurzbiografien. 3. neubearbeitete und erweiterte Auflage. Jena, Stuttgart, Ulm 1998, S. 769; LexNW; Raikov, Boris E.: Karl Ernst von Baer 1792-1876: sein Leben und sein Werk. Leipzig 1968; Sutt, Thomas (Hg.): Baer and Modern Biology. Tartu 1993.
Die Abb. entstammt dem Buch von Schmitt.

 

 
Baillou, Jean Chevallier de / Johann Ritter von
Berufsgruppe: Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Handwerk und angewandte Wissenschaft

 
Geboren: 1684/1686 in Frankreich
Gestorben: 1758 in Wien
Vater: Sebastian de Baillou
 
Lebenslauf:
Chevalier Johann de Baillou entstammte einem alten niederländischen Geschlecht. Sein Vater ging nach Frankreich und anschließend nach Italien;
1718 am Hof des Herzogs von Parma, Francesco Farnese, dort zunächst Hofarchitekt, ab 1725 Generalkommissär der Artillerie und Generalingenieur; Beginn der Sammeltätigkeit, hier auch angeblich Anlage einer "Zaubergrotte" mit allerlei Effekten (Baillou war für seine Newtonvorträge und magnetischen Experimente berühmt);
1731 Übersiedlung nach Florenz;
1735 Direktor der Uffizien;
1736 Generaldirektor aller Festungen, Gebäude, Gärten und Bergwerke der Toskana;
1737 Bestätigung dieser Funktion durch Franz I. Stephan von Lothringen;
Baillou verkaufte 69jährig seine sytematisch geordnete Naturalienslg. für 40.000 scudi an Kaiser -> Franz I. Stephan von Lothringen. Baillou wurde in Wien zu deren Direktor;
1751 mit dem Jesuitenpater Joseph Franz Entdeckung der spurenlosen Verbrennung von Diamanten (angekohlte Diamantenreste sind noch heute im Naturhistorischen Museum Wien zu sehen);
 
Eigene Publikationen:
Das Ms. einer großen Naturgeschichte soll Baillou zwar abgeschlossen haben, es ist jedoch nicht erhalten geblieben.
 
Erwähnungen:
de Saint-Laurent, Joannon: Description abregée du fameux cabinet de M. le Chavallier de Baillou...; Fitzinger, L. J.: Geschichte des k.k. Hof-Naturalien Cabinets zu Wien. In: Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Bd. 21, Wien 1856, Bd 57, Wien 1868, Bd. 58, Wien 1868, Bd. 81, Wien 1880, Bd. 82, Wien 1880; Hauer, Allgemeiner Führer durch das k.k. naturhistorische Hofmuseum, Wien 1889; Hamann, G.: Das NHM in Wien. In: NHM Wien (Hg.): Veröffentlicheungen aus dem Naturhistorischen Museum, NF 134, Wien 1976; NHM Wien (Hg.): Veröffentlichungen aus dem NHM, Jubiläumsfestausstellung 100 Jahre NHM Wien, NF 12, Wien 1976; NHM Wien (Hg.): Das NHM in Wien. Salzburg und Wien 1979; ÖBL, Wien u.a. 1957f; Wurzbach, C. von: Biographisches Lexikon..., Wien 1856-1891; Fischer/Moschner/Schönmann: Das NHM in Wien und seine Geschichte. In: Annalen des NHM, Bd. 80/1976; Riedl-Dorn, Christa: Das Haus der Wunder. Zur Geschichte des NHM in Wien. Wien 1998; Kruspel, Stefanie: Das Naturhistorische Museum in Wien als Gesamtkunstwerk. Wien 2000.
Die Abb. zeigt ein Detail aus dem berühmten "Kaiserbild" die Naturhistorischen Museums, Wien.
 

 
Baldass, Uni.-Prof. Ludwig
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 8.2.1887 in Wien
Gestorben: 20.11.1963 in Wien
 
Lebenslauf:
Direktor der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums Wien
 
Eigene Publikationen:
Die Wiener Gobelinslg., 1920;
Österreichische Tafelmalerei der Spätgotik, 1934;
Albrecht Altdorfer, 1941;
Hieronymus Bosch, 1946;
Conrad Laib und die beiden Rueland Frueauf, 1946;
Jan van Eyck, 1951;

 
Preise und Ehrungen:
1927 Chevallier der Ehrenlegion
 

 
Baudrillard, Jean
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Fachwissenschaftler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 1929, gest. 6.3.2007
 
Lebenslauf:
Nach Beendigung des Studiums Assistent bei Henri Lefébvre;
1968 Dissertation "Le système des objects";
Leitung des Lehrstuhls der Soziologie an der Universität Paris- Nanterre;
Probleme an der Universität in Zusammenhang mit literarischen Provokationen in "Le Monde", "Les Temps Modernes" und "Traverses"; erhielt deswegen erst im Jahre 1987 die Möglichkeit, sich zu habilitieren;
neben breiter Publikationstätigkeit besuchte er verschiedene Länder, beteiligte sich an Konferenzen und Sommerschulen.




 
Hauptverdienste:
Die Bewertung B. ist international sehr widersprüchlich; manche sprechen über "Francolatrie";
in seinen Ansichten ist er sicherlich problematisch, aber er weist auf substantielle Krisenfaktoren der gegenwärtige Gesellschaft hin, die manchmal absichtlich ignoriert werden; das bedeutet aber nicht, daß wir auch seine Schlußfolerungen akzeptieren können. Für die Existenz von Museen und der Museologie sind einige von B. Erkenntnissen wichtig; leider erkennen dies nur wenige Museologen und reagieren darauf: sehr anregend ist seine "Objekttheorie", aber das heißt wieder nicht, daß wir mit siner Behauptung des sexuellen Charakters des Sammelwesens einverstanden wären; wichtig ist, daß auch Baudrillard den Begriff Musealisierung verwendete (er benützte den Termininus "Museifizierung"); darunter verstand er:
- etwas nicht mehr verändern, das aber auch nicht sterben kann;
- etwas entzeitlichen, aber in Zeugenschaft der Geschichte umwandeln;
- etwas aus dem Kontext herausnehmen und dadurch den Realitätsgrad eines Objektes substanziell verändern.
Für die Gegenwart ist dann seine These sehr wichtig, daß das Reale im Todeskampf liegt und an seine Stelle sich die Simulation und Hyperrealität setzt; in Zusammengang mit dem Aufbau von sog. Virtuellen Museen ist zu bedenken, was B. in einem Interview (1998) gesagt hat:
- die Globalisation ist nicht stabil,
- die Universalwerte verändern die Globalisation,
- es existiere die Reversibilität der Universalwerte;
Baudrillards Philosophie zeigt, daß Museen im Kontext langfristiger gesellschaftlicher Entwicklungen gesehen werden müssen.

 
Eigene Publikationen:
Le système des objets: la consommation des signes, 1968 ;
Pour une critique de l´économie politique du signe, 1972 ;
L´échange symbolique et la mort, 1976 ;
Agonie des Realen, 1978 ;
Simulacres et simulation, 1981 ;
Amérique, 1986 ;
Cool memories, 1987 ;
La transparence du mal, 1990 ;
Illusion, désillusion esthétiques, 1997 ;
Car l´illusion ne s´oppose pas a la realité, 1998 ;
Les mots de passe, 2000.


 
Erwähnungen:
Deloche, B.: Museologica. Contradictions et logique du musée, Mâcon 1985,1989 ; Sturm, E.: Musealisierung - Museifizierung: verwandte Begriffe. In: Zacharias, W. (Hg.): Zeitphänomen Musealisierung. Essen 1990; Lévy, P.: Cyberculture. Rapport au Conseil de l ´Europe, 1997 ; Horrocks, Ch.: Baudrillard and the Millenium, Icom Books,1999; Deloche, B.: Le musée virtuel , Paris 1999 [ZZS].
Bild:www. phil.muni.cz/fil/etika/texty/baudrillard
 

 
Bauer, Prof. Antun
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Fachwissenschaftler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Sammler, Gründer einer musealen Institution

 
Geboren: 18.8.1911 in Vukovar
Gestorben: 9.4.2000 in Zagreb
Ehepartner: Antonija Bauer
 
Ausbildung:
Ausbildung: Elementarschule Vukovar, Gymnasium in Osjek
Promotion: 1935 in Wien
 
Lebenslauf:
schon in der Jugend Sammeln von Kunstwerken;
beteiligte sich an archäologischen Ausgrabungen in Osijek, Vuèedol, Ilok und in Slavonien;
1936-1945 Assistent und Dozent der Univ. Zagreb;
1937 Gründer der in Zagreber Glyptothek (Abgüsse antiker Skulpturen);
1940 Gründung einer privaten Kunstgalerie mit seiner Privatsamlung in Osijek;
1948 Gründung eines Museums mit den Slgn. der Drs. Antonija Bauer und Antun Bauer in Vukovar; die Sammlungen in Vukovar wurden während des Balkankriegs zerstört.
1952-1968 Leiter des Schulmuseums in Zagreb;
nach 1986 entstand eine eigene Abteilung mit neuen Geschenken;
Bekanntschaft mit den Museologen -> Georges Henri Riviere und -> Germain Bazin;
1964 Gründung des "Muzejski dokumentacioni centar" (Museumsdokumentationszentrum) in Zagreb, das er bis 1976 leitete;
ab 1965 enge Zusammenarbeit mit dem neuen tschechischen Lehrstuhl der Museologie an der Univ. in Brno und mit tschechischen Museologen wie Jiri Neustupny, Josef Benes und -> Z. Z.Stransky;
1966 Gründung und Leitung des Postgraduiertenstudiums für Museologie an der Univ. Zagreb, damit zuständig für die Ausbildung neuer Generationen von Museumswissenschaftlern im damaligen Jugoslavien;
als Pensionär Sammler Ausstellungsorganisator naiver Kunst.
 
Arbeit:
1949 und 1951 organisierte er neben weiteren Ausstellungen die Ausstellung zur jugoslavischen Kunst des Mittelalters in Paris und Zagreb;
 
Hauptverdienste:
Prof. Dr. Antun Bauer ist einmaliges Beispiel organischer Integration von Sammelleidenschaft und Museumsgründungen; seine Nachfolgerin im Museumsdokumentationszentrum, Branka Sulc, äußerte sich über ihn so: er "...co-wrote the first chapters of Croation museology - he has been a highly force in the Museological Section of the Crotian Museum Society..." Bauer nahm an vielen museologischen Treffen in aller Welt teil und hielt museologische Vorträge an mehreren Universitäten. Er gründete schließlich auch die Sammelbände "Muzeologija", die Ztschr. "Informatica Museologica" und organisierte die Edition aus
Archiven von Museen. Er setzte das Studium der Museologie nicht nur in Zagreb,wo jetzt seine Nachfolger -> Ivo Maroevic und ->Tomislav Sola tätig sind, sondern auch in Lubljana, Beograd und Cetinje durch;
Tragisch wirkten sich nicht nur die serbische Beutezüge in Vukovar aus, sondern auch die folgende Zerstörung der Integration von museologischem Denkens und Museumsentwicklung;
In ihrem Nekrolog schrieb Nevenka Nekic: "Antun Bauer, za prijatelje i u rodbinu Pajo,- dobar covjek, Europljanin, covjek svijeta, prijatelj svim ljudima dobre volje, neprijatelj gluposti i ruznoce.."(Antun Bauer, für Freunde und Familie "Pajo", [war ein] guter Mensch, Europäer und Weltmensch, Freund aller Menschen mit gutem Willen und Gegner von Dummheit und der Impertinenz).
 
Eigene Publikationen:
Muzeologija(Museologie). In: Muzeologija, 6/1967;
Postdiplomski studij muzeologije (Das Nachdiplomstudium der Museologie). In: Vijesti,1-2/1967;
Teze kolegija iz muzeologije i zastite prirode i spomenika kulture (Thesen zu Museologie und Denkmahlschutz von Natur und Kultur). In: Muzeologija, 6/1967;
Quiccheberg. In: Vijesti, 1/1968;
Muzeji kao ustanove ( Museen wie Institutionen). In: Muzeologija, 1970;
Muzeologija u teoriji i praksi (Museologie in Theorie und Praxis). In: Informatica museologica, 7/1971;
Muzejski predmet kao exponat (Das Museumsobjekt als Exponat), Zbornik radova Muzeja revolucije Bosne i Hercegovine,1/1975;
Primjedbe na novogradnju van Goghova muzeja u Amsterdamu (Bemerkungen zur Neugestaltung des van Gogh-Museums in Amsterdam). In: Covek i prostor, 1976;
Muzejski predmet kao subjekt i objekt u izlozbenom prostoru u historijskim muzejima i zbirkama (Das Museumobjekt als Subjekt und Objekt in Dauerausstellungen in historischen Museen und Sammlungen). In: Zbornik Istorijskog muzeja Srbije, 1977;
Muzej sadasnjosti i njegov uticaj na muzej buducnosti (Die Museen der Gegenwart und ihre Wirkung an die zukünftigen Museen). In: Zbornik radova Muzeja revolucije Bosne i Hercegovine, 7/1982;
Internationale Umfrage 1883-1983. In: Muzeologické sesity, IX/1983;
Museologie in Jugoslavien. In: Museologické sesity, X/1986.

 
Preise und Ehrungen:
Mg. der Jugoslavischen Akademie der Wissenschaften (Kunsthistorie)
 
Erwähnungen:
Stransky, Z. Z.: Sivotní jubileum prof.Dr. Antuna Bauera (Zum Jubiläum von Prof.Dr. A. B.). In: Muzeologické sesity,III/1971;
Dvojkovic, Z.: Nova donacija umjetnina u zbirci Bauer (Ein neues Kunstgeschenk für die Sammlung Bauer), Kat. Aus. Vukovar 1986;
Sulc, B.: Muzejska i muzeoloska djelatnost Dra Antuna Bauera (The museological Activity of Dr. A. B. ), Zbirka Bauer, Zagreb 1989;
Zlamalik, V.: Dr. Antun Bauer sobirac, donator i muzeolog (A. B. Collector, Patron and Museologist), Zbirka Bauer, Zagreb 1989;
Zbirka Bauer/Bauer Collection, Katalog MGC - Muzejski prostor 18.2.-2.4.1989, Zagreb 1989;
Stransky, Z. Z.: Museology - Introduction to Studies, ISSOM, Brno 1996;
Sola, T.: Essays on Museums and their theory, Helsinki, 1997;
Maroevic, I.: Introduction to Museology - the European Approach, München 1998;
Nekic, I. In memoriam Dr. Antun Bauer, Internet, 2000. [ZZS]
Bild: Die Abb. zeigt ein Gemälde von Josip Crnobori.

 

 
Baumann, Oskar
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Fachwissenschaftler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 25.6.1864 in Wien
Gestorben: 12.10.1899 in Wien
Vater: Oberbeamter der Österreichisch-Ungarischen Bank
 
Ausbildung:
Ausbildung: Gymnasium in Wien
 
Lebenslauf:
Zunächst kartographische Übungen am Militärgeographischen Institut, Wien;
Schon als Neunzehnjähriger Reisen nach Montenegro und Albanien;
als ausgewiesener Kartograph 1885 Mitnahme auf die Kongo-Expedition von -> Oskar Lenz bis zu den Stanleyfällen;
auf der Rückreise Erforschung der Insel Fernando Póo;
1888 Expedition mit Hans Meyer nach Ostafrika; Gefangennahme, Freigabe nach Lösegeldzahlung;
1890 Expedition im Auftrag der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft in die Usambara-Berge (Kartierung);
Entdeckung der Nilquelle.
 
Hauptverdienste:
Baumanns umfangreiche Slgn. befinden sich heute im Naturhistorischen Museum Wien und im Wiener Museum für Völkerkunde.
 
Eigene Publikationen:
Afrikanische Skizzen. Berlin 1890;
Usambara und seine Nachbargebiete. 1891;
Durch Massailand zur Nilquelle. Wien 1894;
Der Sansibar-Archipel. 1896-1899.
 
Erwähnungen:
Senft, Hilde und Willi: Aufbruch ins Unbekannte. 50 österreichische Forscher und Entdecker von Herberstein bis Harrer. Graz/Stuttgart 1999.
Die Abb. wurde dem Buch von Senft entnommen.
 

 
Bechstein, Johann Matthäus
Berufsgruppe: Sammler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Lebenslauf:
Geheimer Kammer- und Forstrat in Waltershausen
In seiner Studierstube hielt er Vögel in Käfigen, Fische und Amphibien in verschiedenartigen Behältern aus Steingut, Glas und Porzellan.
 
Hauptverdienste:
Seine "Naturgeschichte..." gilt als Geburtsstaunde der Aquarien- und Terrarienkunde. Er galt als Kapazität auf den Gebieten des Forstwesens, der Vogelkunde und der allgemeinen Zoologie und Botanik.
 
Eigene Publikationen:
Gemeinnützige Naturgeschichte Deutschlands aus allen drei Reichen der Natur, 4 Bde., Leipzig 1789-1795;
Naturgeschichte der Stubenthiere, Gotha 1797
 

 
Benes, Josef
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Fachwissenschaftler, Museologen

 
Geboren: 1.3.1917 in Vlcnov
Vater: die Familie stammte aus der Region Slovacko in Südost-Mähren
 
Lebenslauf:
zunächst Lehrer in Slovacko, danbei ethnologisches Tätigkeit und freiwilliger Mitarbeiter des Museums -> Jan Amos Comenius in Uh. Brod;
nach 1950 erster angestellter Direktor des Museums; Umsetzung eines neuen Museumskonzepts;
hierdurch Berufung nach Prag, wo er die Funktion des Inspektors aller Museen übernahm;
Publikation zahlreicher ethnografischer und museumsmethodischer Werke und Beteiligung an der Professionalisierung des Museumswesens;
in Zusammenhang mit der Gründung des Lehrstuhls der Museologie an Universität in Brno auch Beschäftigung mit der Museologie (-> Prof. Jiri Neustupny);
Beteiligung an der Gründung des Studienzentrum der Museologie in Prag, wo er dann auch lehrte;
1968 nach der Sowjetokkupation wurde er von der Leitungsfunktion abberufen und arbeitete nur als administrative Kraft; in dieser Zeit Publikationen über das Museumswesen und die Museologie und Teilnahme an Konferenzen und Tagungen;
als nach Novemberrevolution 1989 an der Universität in Opava ein Lehrzentrum für Museologie gegründet wurde, übernahm er die museologischen Vorträge;
1997 feierte ihn diese Universität zu seinem 80. Geburtstag als "Nestor der tschechoslowakischen Museologie".

 
Hauptverdienste:
Im Region Slovacko betrieb er nicht nur praktische Ethnographie, sondern sammelte auch die ersten Erfahrungen in der Museumspraxis; in seiner ministerialen Funktion orientierte er sich bereits an der Museologie; er war zunächst von ->J. Neustupny beeinflußt und verstand die Museologie als angewandte Fachdisziplin; in seiner weiteren Entwicklung war er von "Brünner Schule" beeinflußt und verstand die Museologie nunmehr als selbständige wissenschaftliche Disziplin.
Benes veröffentlichte Hauptkompendien des Museumswesens über Sammlungen, Ausstellungswesen und die kulturerzieherische Funktion von Museen; er beschäftigte sich mit Museumsterminologie und veröffentlichte ein eigenes Wörterbuch, in dem er die tschechoslowakische museologische Terminologie dokumentierte; 1994 faßte er (hier übersetzt) zusammen:
"Neben der pragmatischen Anleitung zur Museumspraxis strebt die heutige Museologie nach einer Aneignung der kulturellen Botschaft der Vergangenheit, um für den heutigen Menschen durch die Präsentation originaler Sachzeugen als Bestandteile der Realität so das Leben bereichern zu können."
"Die Museologie als eine neue Wissenschaft wird dynamisch begriffen: natürlich existieren unterschiedliche Konzeptionen, die zwischen abstrakter Theorie und konkreter Museographie polarisieren. Auch strebt jede Sammlungsdisziplin nach einer Applikation der Prinzipien der allgemeinen Museologie..."
 
Eigene Publikationen:
Anm.: Benes hat über 600 Titel geschrieben: selbständige Publikationen, Studien, Aufsätze,
Rezensionen, Kritiken. methodische Materialien. Auswahl:
Neustupny, J.- Sovícek, J.: Bibliografie muzeologickych prací Josefa Benese (Bibliographie der museologischen Werke von Josef Benes). Národní muzeum, Prag, 1977, 1982;
Rozvoj národopisu v ceskych zemích (Die Entwicklung der Ethnographie in tschechischen Ländern). Národní muzeum, Praha 1962;
Eine chronologische Übersicht der Freilichtmuseumsprojekte. In: Ethnographica, Brno 1966;
Une contribution aux problèmes de l´ action éducatrice des musées agricoles. In : Acta museorum agriculturae, Prag 1967 ;
Aperception au musée un moyen specifique de communication. In : ICOM, Paris 1969;
Die Konzeption der Ausstellung in tschechischen Museen.In: Neue Museumskunde, 18/1975;
Audiovisual media in museums.In: Museum UNESCO, 2/1976;
Muzeum a sbirky (Museum und die Sammlungen). In: Ustav pro informace a rizení v kulture, Prag 1977;
Muzeologicky slovnik (Museologisches Wörterbuch), Národni muzeum, Prag 1978;
Theoretische Fragen der Museumsausstellungen.In: ICOM, Budapest 1978:
Muzeum a vychova (Das Museum und die Erziehung). In: Ustav pro informace a rizení v kulture. Prag 1980;
Muzejní prezentace (Das Museumsausstellungswesen). Národní muzeum, Prag 1981;
Die Nutzung von musealen Sammlungen in Ausstellungen. In: Museologische Forschung un der CSSR. Berlin 1982;
Variabilité des modes d´exposition.In: Museum UNESCO, 2/1983 ;
Museology and identity. In : ICOFOM Study Series, 10/1986;
Zur Bestimmung des Gegenstandes der Museologie, In: Museologie, 2/1988;
Teze o muzeu pro 21. stoleti (Thesen zum Museum des 21. Jh.). In: Múzeum, Bratislava 3/1993;
K problémum soucasné muzeologie (Zu den Problemen der zeitgenössischen Museologie).In: Acta historica et museologica Universitatis Silesianae Opaviensis, 1/1994;
Základy muzeologie (Die Grundlagen der Museologie). In: Slezská univerzita. Opava 1997.

 
Erwähnungen:
Stránsky, Z. Z.: Muzeologické dílo Josefa Benese (Das museologische Werk von Josef Benes) In: Muzeologické sesity (Museologische Hefte),VIII/1981; Rozhovor s Dr. Josefom Benesom o problémoch múzejnej profesie (Gespräch mit J. B. über Probleme der Museumsprofession). In: Múzeum, Bratislava, 4/1990; Stránsky, Z. Z.: Laudatio ad Josef Benes. In: Noviny Slezské univerzity (Zeitungen der Schlesischen Universität), 2-3/1997; K zivotnímu jubileu muzeologa Josefa Benese (Zum Jubiläum des Museologen Josef Benes). In: Muzejní obzory (Museums-Horizonte), 1-2/1997.
[ZZS]
Die Abb. enstammt: Stránsky, Z. Z.: Laudatio ad Josef Benes. In: Noviny Slezské univerzity (Zeitungen der Schlesischen Universität), 2-3/1997.

 

 
Benesch, Otto
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 29.6.1896 in Ebenfurt, NÖ
Gestorben: 16.11.1964 in Wien
 
Lebenslauf:
1920 Volontär der Gemäldegalerie des Wiener Kunsthistorischen Museums;
1923-1938 Assistent und später Kurator in der Graphischen Sammlung Albertina, Wien;
1938 Emigration;
1938-1947 Lehre an britischen und amerikanischen Universitäten;
1940 Arbeit am Fogg Art Museum der Harvard Universität Cambridge;
1947-1961 Direktor der Albertina und Uni.-Prof. in Wien.
 
Hauptverdienste:
Rembrandt; Geschichte der Malerei und Grafik 1400-Gegenwart; Benesch edierte die niederländischen Zeichnungen des 15./16. Jh. und die deutschen Manieristen der Albertina; er gewann zudem den Nachlaß Alfred Kubins für die Albertina.
 
Eigene Publikationen:
(Auswahl) Rembrandts zeichnerische Entwicklung bis 1634, Wien 1921;
Die Zeichnungen der deutschen Schulen des Manierismus, Wien 1933;
Österreichische Handzeichnungen des 15. und 16. Jh., 1936;
Rembrandt - Werk und Forschung, 1935;
The Art of the Renaissance in Northern Europe, 1945;
Rembrandt, Selected Drawings, 1948;
Kleine Geschichte der Kunst in Österreich, Wien 1950;
E. Schiele als Zeichner, 1951;
The Drawings of Rembrandt, 6 Bde., London 1954-57;
Moderne Kunst und das Problem des Kulturverfalls, in: DVjS, 32/1958;
Meisterzeichnungen der Albertina, 1963;
Kritisches Gesamtverzeichnis der Zeichnungen Rembrandts, 6 Bde., 1964;
Benesch, Eva (Hg.): Collected Writings, 4 Bde., London/New York 1970-1973; dieselbe (Hg.): From an Art Historian's Workshop, Luzern 1979.
 
Erwähnungen:
Benesch, Eva/Kornfeld: Otto Benesch. Verzeichnis seiner Schriften, Berlin 1961; van Regteren Altena, Jan Q.: Otto Benesch. In: KChr 18/1965; Kultermann, Udo: Geschichte der Kunstgeschichte, 1966, S. 239; Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigranten nach 1933, Bd. 2, 1983; Hüttinger 1992;
Metzler 1999, S. 23ff.; Bruckmüller 2001, S. 39.
 

 
Bergman, Josef von
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 13.11.1796 in Hittisau
Gestorben: 29.7.1872 in Graz
 
Lebenslauf:
1863 Direktor des Münz- und Antikenkabinetts von Schloß Ambras bei Innsbruck.
 
Hauptverdienste:
Vorarlberger Landeshistoriker;
 
Eigene Publikationen:
Übersicht der k.k. Ambraser Slg., 1846;
Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des österreichischen Kaiserstaates vom 16. bis 19. Jh., 2 Bde., 1858;
 
Preise und Ehrungen:
Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Wien; die Abb. zeigt eine Lithographie von A. Dauthage, 1854.
 
Erwähnungen:
Bruckmüller 2001; Katalog des Vorarlberger Landesmuseum 1972, Nr. 59.
 

 
Bernhardt, Max
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 12.10.1883 in Türkheim
Gestorben: 1.10.1952
Vater: Josef Bernhard, Finanzbeamter
Mutter: Petronilla Hillenbrand
 
Lebenslauf:
Promoton zum Dr. phil.;
Anstellung am Münzkabinett in München; zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter und Konservator unter ->G. Habich>> und ->H. Buchenau>>, später Direktor.
 
Eigene Publikationen:
Zahlreiche numismatische Veröffentlichungen.
 
Erwähnungen:
Overbeck, B.: Bibliogr. d.Bayer. Münz-u.Geldgesch. 1750-1964,1968; BBB 1983, S. 65
 

 
Bielefeld, Erwin
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 17.12.1907
Gestorben: 28.11.1975
Vater: Walter Bielfeld
 
Ausbildung:
Promotion: 1947 (Amazonomachia)
Professur: 1951 in Rostock
 
Lebenslauf:
1947 als freier Mitarbeiter der Deutschen ADW Berlin Bearbeitung der Edition der antiken Keramik im Lindenau-Museum Altenburg;
seit 1951 Dozent an der Univ. Greifswald;
1958 Publikationsverbot;
1959 Ausreise nach Westdeutschland und (durch Vermittlung von Homann-Wedeking) Dozent am Archäologischen Seminar in München;
1960 Umhabilitierung (apl. Prof.) und trotz schwerer Krankheit Leitung des Instituts nach der Emeritierung Homann-Wedekings.
 
Eigene Publikationen:
(Auswahl): Ein attisches Tonrelief, 1937;
Archäologische Vermutungen, 1938;
Komödienszene auf einem griechischen Vasenbild? - zu einer Lekythos in Hamburg 1944;
Ein Delfinreiter-Chor, in: AA 1946/47;
Eine attische Hydra in Leipzig, in: WürzbJbAltWiss 2, 1947;
Eine Iliupersis-Schale des Telphos-Malers;
Von griechischer Malerie, in: Hall Monogr. 13, 1949.
Antike Kunst in deutschen Privatsammlungen. In: WissZGreifswald 5/1955.
 
Mitglied:
1956 korrespondierendes, 1959 ordentliches Mg. des DAI.
 
Preise und Ehrungen:
Lullies 1988, S.303ff.
Die Abb. zeigt ein Foto aus der Münchner Zeit im Besitz von B. Fellmann, München.

 

 
Boethius (Boetius), Anicius Manlius Severinus
Berufsgruppe: Wirtschaft und Politik, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 480 in Rom
Gestorben: 524/525 hingerichtet in Pavia
Vater: Konsul, gestorben 487
Ehepartner: Rusticiana, Tochter des Quintus Aurelius Memmius Symmachus
 
Ausbildung:
Boethius wurde als Waise in der Familie des Quintus Aurelius Memmius Symmachus erzogen; er eignete sich ungewöhnliche philosophische, theologische, aber auch mathematische Kenntnisse an; niemand beherrschte in der Spätantike so global die Kultur der Griechen und Römer; darum bekam er den Beinamen „der letzte Römer“;
 
Lebenslauf:
520 erhielt er von König Theoderich die Stellung des „magister officiorum“, leitete damit also faktisch die Regierungsgeschäfte; doch geriet er bald in Konflikt mit den Hofbediensteten; 523 wurde er des Bündnisses mit Byzanz beschuldigt, verhaftet und ermordet; dasselbe Schicksal erlitt Symmachus, sein Verteidiger und Schwiegervater.
 
Hauptverdienste:
Boethius steht an der Schwelle von der Antike zum Mittelalter, insbesondere durch seine zahlreichen Übersetzungen, aber auch eigenen Werke; er verband die Ideen und Kenntnisse zweier Epochen der Menschheit; durch sein Traktat "Disciplina scholarum“ wurde die weitere Entwicklung der Thesaurierung (scrittorio, studiolo) beeinflusst; für das Sammlungswesen von großer Bedeutung war die Ausarbeitung der wissenschaftlichen Systematik (Trivium, Quadrivium)
 
Eigene Publikationen:
De Interpretatione (Aristoteles)
Isagoge (Porphyrios)
De consolatione philosophiae (523 - Hauptwerk)
De Sancte Trinitate
De Institutione Musica Libri V
Introductio a Syllogismos Categoricos
De Divisione
De Differentiis Topicis
 
Erwähnungen:
Rieger: Naucny slovnik / Konversationslexikon. Praha 1860; Vorländer, K.: Geschichte der Philosophie. 1902; Filosoficky slovnik / Philosophisches Wörterbuch. Olomouc 1995; Schupp, Fr.: Geschichte der Philosophie im Überblick. Bd.2, 2005; http://de.wikipedia.org/wiki/Boethius [ZZS]

Bild. Wikipedia

 

 
Bozenek, Karel
Berufsgruppe: Museologen, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Vater: Karel Bozenek
Mutter: Adolfina Vybiralikova
Ehepartner: Mgr. Eliska Rockova
 
Ausbildung:
Musikwissenschaftler, Museologe, Dozent der Musikwissenschaft mit Schwerpunkt Museologie
 
Lebenslauf:
4.9.1938 in Valasske Klobouky
1955-1960 Studium: Musikwissenschaft und Pädagogik an der Palacky Universität in Olomouc;
1963-1967 Sekretär der Beethovengesellschaft der Tschechoslowakei und Redakteur der Zeitschrift "Ceskoslovenska Beethoveniana“/ "Tschechoslowakische Beethoveniana“;
an den Schlössern Hradec und Opavy richtete er eine Dauerausstellung zum Andenken Beethovens ein;
1967-1970 Postgraduiertenstudium der Museologie an der Universität Brno im Fach Musik - museologische Dissertation;
1967-1987 gründete und leitete er die musikologische Abteilung des Schlesischen Museums in Opava
1987-1991 Dramaturg der Oper in Ostrava;
1991-1993 Hauptdramaturg der Internationalen Kunstagentur Pragokoncert;
1993 – Eintritt in die neue Universität Opava; beteiligte sich am Ausbau des Instituts für Historiographie und Museologie.
 
Hauptverdienste:
Dokumentation und wissenschaftliche Rezeption Beethovens - sowie allgemein der musikologischen Historiographie Schlesiens - in Schlesien und den böhmischen Ländern; Bearbeitung einer musikologisch-museologischen Konzeption der Musikdokumentation für das Slezske muzeum / Schlesisches Museum; Studium an der Universität Brno; Bozenek konnte seine musikologisch-museologische Ausrichtung erst nach der Gründung der Universität Opava akademisch umsetzen; er konzeptionierte das Studienprogramm der Museologie und beteiligte sich an grundlegenden Werken zur Museologie: "Einführung in das Studium der Museologie", "Die Allgemeine Museologie", "Theorie und Methodik der Präsentation", "Sammlungstätigkeit", "Das Museum und die Gesellschaft", "Die Relationen zwischen Axiologie und Museologie", I.. II., "Institutionale museologie", I..II;
Habilitation in Musikwissenschaft und Museologie, weil die Museologie selbst hier als akademische Einzeldisziplin nicht anerkannt ist; er stellte die Museologie in den engeren Zusammenhang zur „Brünner Museologie“; in seinen museologischen Werken stellte er Bezüge zur Philosophie her; so widmete er u.a. der Axiologie größere Aufmerksamkeit; in Studien und Vorträgen stellte er fest, dass „ein Objekt ist nicht museal, weil es so gemacht wurde, sondern weil es so bewertet wird. Museal ist nicht nur eine axiologische Kategorie, sondern auch eine anthropologische"; es ist anzumerken, daß er mit Entstehen der Tschechischen Republik das zweite Universitätszentrum für Museologie - mit Kollegen wie Peter Vojtal, Jiri Stastny, Milos Zapletal u.a. - gegründet hat.
 
Eigene Publikationen:
Hudebni zivot na zamku Hradci u Opavy / Musikleben am Schloss Grätz bei Opau. In: Listy z Hradce, 1966
Ke vzniku hudebního oddeleni Slezskeho muzea / Zur Entstehung der Musikabteilung des Schlesischen Museums. In: Casopis Slezského muzea. B, 17/1968, 2
Beethovenovske tradice ve Slezsku / Beethovens Tradition in Schlesien. In: Slezsko-kultura a zeme. 1/1969, 2
Beethoven und die böhmischen Länder. In: Jan Racek Beethoven a ceske zeme, Opera Universitatis Purkyneiensae, facultas philosophica, c. 91 und. Casopis Slezskeho muzea - B,19, Sonderbeilage zum 200. Jahrestag der Geburt Beethovens
Muziko en Silesio antau Beethoven, sborník II. A Esperantista kultura festivalo - Omagi al 200 jara datreveno de nastico de L.v.Beethoven. Opava 1970
Hudebne historiograficka prace v muzeu / Musik-historiographische Arbeit im Museum. In: Casopis Slezskeho muzea - B,1/1972,1
Dokumentace hudebni kultury soucasnosti / Dokumentation der gegenwärtigen Musikkultur. In: Metodicky zpravodaj 1977/3, Slezske muzeum v Opave
Funkce archivu, knihovny a muzea v dokumentaci hudebniho zivota / Die Funktion des Archives, der Bibliothek und des Museums in der Dokumentation des Musiklebens. In: Opus musicum, 3/1980
Zur Frage der Musikgeschichtsschreibung. In: Opus musicum 3/80
Bozenek; K. - Zavodny, J.: System restaurovani a rekonstrukce historickych hudebnich nastroju / System der Restaurierung und Rekonstruktion der historischen Musikinstrumente, In: Muzeologie a metodika, Slezske muzeum v Opave 1988 s
Die tschechische Musikgeschichtsforschung über das ehemalige Östereichisch-Schlesien. In: Musikkultur in Schlesien zur Zeit von Telemann und Dittersdorf. Institut für deutsche Musikkultur. Bonn 2001, 221-235
Hudebni muzeum / Das Musikmuseum. In: Slovnik ceske hudebni kultury. Editio Supraphon. Praha 1997
Hudebne historiograficka prace v muzeu / Musikhistoriographische Arbeit im Museum. In: Universitatis Silesiae Opaviensis. Opava 1998
Vztahy muzeologie a axiologie / Die Beziehungen zwischen Museologie und Axiologie. In: Acta historica et muzeologica. Slezska univerzita Opava 1997
Das Adelgeschlecht Lichnovsky und Ludwig van Beethoven. In: Ludwig van Beethoven im Herzen Europas. Prag 2000
Problematika muzejního sbirkoveho predmetu / Problematik des Museumsgegenstandes. In: Valasske muzeum v prirode. Roznov 2002
Schloss Grätz. Das Adelgeschlecht Lichnowsky und Ludwig von Beethoven. Staatliches Amt für Denkmalpflege. Ostrava 2002
 
Erwähnungen:
Stransky, Z. Z.: Beethovenuv pamatník v Hradci u Opavy. In: Museologicke sesity, III/1971; Vojtal, P.: Ph Dr. Karel Bozenek. In: Acta historica et museologica, 1999/4; Gawrecki, D.-Vojtal, P.: Deset let Ustavu historie a muzeologie, 2000.

[ZZS]
 
Kontakt:
Doc. PhDr. Karel Bozenek, Ph.D.
Filozoficko-pøírodovìdecká fakulta v Opavì
Masarykova tøída 37, Opava
Telefon: 553 684 475
karel.bozenek@fpf.slu.cz

 

 
Brauer, August Bernhard
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren 3.4.1863 in Oldenburg
Gestorben 10.9.1917 in Berlin
 
Ausbildung:
Studium der Naturwisssenschaften in Bonn, Freiburg und Berlin
Promotionsjahr: 1885
Professur Jahr: 1892
 
Lebenslauf:
1905 ao. Prof. Univ. Berlin;
1906 Direktor Zool. Museum Univ. Berlin;
1909 o. Hon. Prof.;
1914 o. Prof. der Zoologie Univ. Berlin.
 
Erwähnungen:
Hackethal, Sabine: Kurzbiografien und Porträts Berliner Zoologen. Wiss. Z. d. Humboldt-Universität Berlin, Math-Nat. Reihe 34 (1985), 3-4, S. 385-390;
Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätskurator (UK) B- 385;
Vanhöffen, E.: Mitt. Zool. Mus. Berlin 9 (1918), S. 1-12;
Waldeyer-Hartz, W.v.: Gedächtnisrede auf August Brauer. Abh. Kgl. Preuß. Akad. Wiss., phys.-math. Kl., Berlin 36 (1918) 9, S. 3-6.

 

 
Bretscher, Peter
Berufsgruppe: Auftragnehmer von musealen Einrichtungen, Auftragnehmer von musealen Einrichtungen, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Ausbildung:
Titel: lic. phil.
 
Lebenslauf:
Assistent am Volkskundlichen Seminar der Universität Zürich;
freiberufliche Tätigkeit als Museumsmacher (z.B. Wohnmuseum "Lindwurm", Stein am Rhein; Weinbaumuseum Neftenbach);
Arbeit für Denkmalpflege (Siedlungsinventarisation);
derzeit Konservator der historischen Abteilung des Museums zu Allerheiligen, Schaffhausen;
wissenschaftlicher Mitarbeiter im Historischen Museum des Kt. Thurgau (Sammlung für Bauern- und Dorfkultur);
freiberufliche Beratungstätigkeit, besonders für Ortsmuseen; Objektidentifikationen.
 
Arbeit:
Historisches Museum des Kt. Thurgau, Sammlung für Bauern- und Dorfkultur: Neukonzeption als Schaudepot (Klosterscheune St.Katharinental, Diessenhofen); Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen: Neukonzeption der historischen Abteilung.
 
Eigene Publikationen:
Museum Lindwurm Stein am Rhein. Bürgerliche Wohnkultur und Landwirtschaft im 19. Jh.. Stein am Rhein 1994.
 
Kontakt:
Klosterplatz 1, CH-8200 Schaffhausen
Mail: peter.bretscher@bluewin.ch; peter.bretscher@stsh.ch

 

 
Bruno, Giordano (Filippo), gen. Nolanus
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Kirchenmitglieder

 
Geboren: 1548 in Nola bei Neapel
Gestorben: 17.2.1600 in Rom
Vater: Soldat
 
Lebenslauf:
nach der Schule in Neapel trat er in das Dominikanerkloster ein und bekam den Namen Giordano;
in der Klosterbibliothek studierte er nicht nur -> Thomas von Aquin, sondern vor allem die Werke von Platon und Aristoteles;
nach 1572 diente er als Priester auf dem Lande, war dann wieder kurz in Rom bei den Dominikanern, wurde aber wegen seines unabhängigen Denkens gerügt;
1575 verließ er den Dominikaner-Orden und lebte wie ein vagabundierender Philosoph;
er reiste in Norditalien, Schweiz und Frankreich herum, wo er Vorträge an der Univ. Sorbonne hielt;
als er daraufhin exkomuniziert wurde, verließ er Frankreich und kam nach England;
er studierte in Oxford und London; hier entstanden auch seine Hauptwerke;
er verteidigte die Ideen von Kopernikus und kehrte erneut nach Frankreich zurück. Hier und in Deutschland (Marburg und Wittenberg) und Prag, wo er am Hofe -> Rudolf II.tätig war, hatte er jedoch erneut Schwierigkeiten mit dem Aristotelismus;
1591 akzeptierte er eine Einladung von Giovanni Moncenigo aus Venedig, was aber eine Falle war; zwar stelle sich das Inquisitionsgericht in Venedig anfänglich tolerant, doch setzte sein Feind, Papst Clement VII. die Verurteilung durch. Giordano Bruno wurde als Opfer der Kirche öffentlich verbrannt.
 
Hauptverdienste:
Bruno knüpfte an die pantheistischen Gedanken der Antike an, nach denen Gott mit der Natur identisch ist; Wissen vereinigte er mit einer Erkenntnishierarchie, in der eine wichtige Rolle Gedächtnis, Vernunft, aber auch Intuition spielten; so beeinflußte er auch die Logik in Zusammenhang mit der Kritik an Lullus; museologisch wichtig ist bei ihm eben diese Funktion des Gedächtnisses und dessen Integration in das Erkenntnissystem; dieser neue Gedanke findet sich in „Ars Memoriae“ und „ Ars Reminiscendi“; Auswirkungen hatte dies auf
neoplatonische, kabalistische, hermetische und mystische Ansätze, die sich u.a. auch im Gedächtnistheater von -> Camillo niederschlagen.
 
Eigene Publikationen:
De umbris idearum. 1582;
Ars memoriae. 1582;
Cantus circaeus. 1582;
Ars reminiscendi. 1583;
Della causa, principio et uno. 1584.
 
Erwähnungen:
Yates, Francis: The Art of Memory. Chicago 1966; Frances Yates, Francis: Das Werk der britischen Historikerin im Kontext der Renaissance/ und Erinnerungsforschung.In: Einstein Forum. Potsdam,1998; Speake, H. /Hg., ():: A Dictionary of Philosophy. London 1978; Dagognet, Fr.: Mémoire pour l ´avenir. Paris 1979 ; Schmidt, H. (Hg.): Philosophisches Wörterbuch. Stuttgart 1991
Macha, K.: Giordano Bruno. Prag 1993 ; Museology and Memory. In: ICOFOM Study Series, 28/1997; Carruthers, M. J.: The Book of Memory: A Study of Memory in Medieval Culture. Cambridge 1998. [ZZS]
Bild: Die Abb. entstammt dem Werk von Macha.
 

 
Bruns, Gerda
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Verwaltung und Militär, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 29.4.1905 in Drulingen/Unterelsaß
Gestorben: 12.2.1970 in Berlin
Vater: Hugo Bruns , Veterinärmediziner
Mutter: Cäcilie Bossow
 
Ausbildung:
Promotion: 1929 in München (Die Jägerin Artemis. Studie über den Ursprung ihrer Darstellung)
 
Lebenslauf:
Nach der Promotion Auftrag zum Erstellen eines Gemmenabguß-Inventars für das Archäologische Seminar der Univ. Heidelberg;
1930 Volontariat am Alten Museum Berlin und Teilnahme an einer Lehrgrabung in Kärnten;
Herbst 1930 mit dem Wülfingstipendium in die Türkei: Mitarbeit am archäologisch-topografischen Zettelkatalog für die historische Geografie Kleinasiens in der Abteilung Istanbul des DAI;
1931-1933 Pergamongrabung;
1935/36 Volontariat am LM Kassel;
Werkvertrag für die Neuordnung der Antikenabteilung des Herzog Anton Ulrich-Museums in Braunschweig;
1938 Auftrag des DAI zur Veröffentlichung des wissenschaftlichen Nachlasses von P. Wolters (Ergebnisse der Kabiriongrabung);
Mai 1939 Tätigkeit in der Antikenabteilung der Staatlichen Museen Berlin, zuerst im Werkvertrag, ab Oktober 1945 als Kustodin;
1.4.1947 Referentin des DAI;
seit 1953 Dozentin an der Univ. Freiburg i. Br., apl. Prof. und wissenschaftliche Oberrätin, seit 1958 mit ständigem Sitz in Rom: Herausgabe eines umfassenden archäologischen Zeitschriftenverzeichnisses.
 
Eigene Publikationen:
Der Obelisk und seine Basis auf dem Hippodrom zu Konstantinopel, in: IstForsch VII, 1935;
Bruns, Gerda (Hg.): Kunstwerke aus den Berliner Sammlungen, 1946-1949;
Staatskameen des 4. Jahrhunderts n. Chr..In: 104. BWPr 1948;
Das Mantuanische Onyxgefäß, in: Kunsthefte des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig H.5, 1950;
Zur Frage der Richtungsbezogenheit in den Grundrissen griechischer Kultbauten, in: Festschrift C. Weickert, 1955;
Küchenwesen und Mahlzeiten, in: ArchHom II, 1970.
 
Erwähnungen:
Rohde, E.: Nachruf auf Gerda Bruns. In: FuB 12/1970.
Die Abb. zeigt ein Foto aus dem Besitz der Schwester Ilse Bruns, Berlin, Foto: Huhn, Witzenhausen.
 

 
Brückner, Prof. Dr. Wolfgang
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Fachwissenschaftler, Wirtschaft und Politik

 
Ausbildung:
studierte Geschichte, Literatur, Kunst und Volkskunde an mehreren deutschen Universitäten.
 
Lebenslauf:
1958 Assistent;
1965 Diätendozent;
1968-73 Professor u. Institutsleiter in Frankfurt;
1973-98 Ordinarius für deutsche Philologie und Volkskunde in Würzburg;
Emeritierter Ordinarius für deutsche Philologie und Volkskunde mit Dokorandenkolloquium.
Er war langjähriges Verwaltungsratsmitglied des GNM in Nürnberg. Er besitzt eine umfangreiche Andachtsbildersammlung des 19. und 20. Jahrhunderts aus dem Vermächtnis eines Mainzer Prälaten.

 
Arbeit:
Das Problemfeld Geschichte und Geschichten; Das Verhältnis von Wort und Bild in Recht; Kunst und Frömmigkeit; Die Dingwelt der Realien im Reiche der Ideen; Formen konfessioneller Kulturprägung; Kultur und Volk als Konstrukt; Menschen und Moden Phänomene der Kunstpopularisierung.
 
Hauptverdienste:
Maßgeblicher Wissenschaftler, der sich für die Erforschung der religiösen Volkskunst im deutschsprachigen Raum profilierte.
 
Eigene Publikationen:
Sozialgeschichte regionaler Kultur. Lebenslaufnotizen, Positionsbestimmungen, Bibliographie. Würzburg 1990; Die Wallfahrt zum Kreuzberg in der Rhön. Würzburg 1997; "Arbeit macht frei". Herkunft und Hintergrund der KZ-Devise. Opladen 1998; Volkskunde als historische Kulturwissenschaft. Gesammelte Schriften. 12 Bände (= Veröff. z. Volkskunde u. Kulturgeschichte 77-88). Würzburg 2000-2002 ; gelegentliche Sammlerberatung in „Kunst & Krempel“ (BR)
 
Mitglied:
Sektionsleiter Volkskunde der Görres-Gesellschaft und Hg. deren Jahrbuch für Volkskunde; Vorsitzender des Wiss. Beirats des GNM (u.a. Gremien).
 
Kontakt:
Bohlleitenweg 59, 97082 Würzburg
wolfgang.brueckner@mail.uni-wuerzburg.de

 

 
Burckhardt, Daniel
Berufsgruppe: Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Fachwissenschaftler

 
Ausbildung:
1983 Promotion (Revision der Aphalaridae der westlichen Palaearktis und Liste der schweizerischen Psyllodea. Unpublished Ph. D. thesis, ETH Zürich, Diss. ETH Nr. 7262, 206 pp.)
1983-1985 Post-Doctoral Research Fellow, Department of Biology, Liverpool Polytechnic, Liverpool, UK.
1985-1997 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Département d'entomologie des Muséum d'histoire naturelle, Genève.
Seit 1997 Konservator für Entomologie am Naturhistorischen Museum Basel, und Lehrbeauftragter am Institut für Natur-, Landschafts- und Umweltschutz (NLU) der Universität Basel.
2001 Habilitation (Zoologie) an der Universität Basel.
Redaktor folgender Fachzeitschriften:
Fauna Helvetica (seit 1992). Mitteilungen der Entomologischen Gesellschaft, Basel (seit 1989), Monographien der Entomologischen Gesellschaft Basel (seit 2003).

 
Arbeit:
Phylogenie, Taxonomie und Biologie von Blattflöhen (Hemiptera, Sternorrhyncha, Psylloidea). Systematik, historische Biogeographie und Cospeziation. Entomofaunistik der Schweiz.
 
Eigene Publikationen:
2003
Burckhardt D. 2003. Biogeographie und Cospeziation: Erläuterung von Methoden am Beispiel von Psylliden und Peloridiiden (Hemiptera). Cotributions to Natural History 2:
49.

2002
Santana D. L. Q. & Burckhardt D. 2002. Isogonoceraia divergipennis (Hemiptera: Psylloidea) em sibipiruna no Brasil. In: 19° Congresso Brasileiro de Entomologia, Manaus 2002, Resumos: 150.

2001
Burckhardt D. Phylogenie, Biogeographie und Wirtspflanzenverhältnisse der Paurocephalinae
(Hemiptera, Psylloidea) des Wallis: Geschichte und heutiger Stand. Mitteilungen der
Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft 74(1-2): 174.

2000
Burckhardt D. 2000. Peloridiids (Hemiptera, Peloridiidae) and Gondwana biogeography. III Southern Connections Congress, 17-22 Januray 2000, Lincoln University, Canterbury, New Zealand, Programme and abstracts: 24.
Burckhardt D. Die Blattfloh-Fauna (Hemiptera, Psylloidea) des Wallis: Geschichte und heutiger Stand. Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft 73(1-2): 178.

1999
Burckhardt D. 1999. Entomofaunistik in der Schweiz. Internationale Entomologen-Tagung, DGaaE, SEG, ÖEG, XVI. SIEEC, Basel, Göttingen, 14.-19.3.1999, Kurzfassungen der Vorträge und Poster: 2.
Burckhardt D. 1999. Biogeographie und Wirtsverhältnisse der Blattflohfauna (Hemiptera, Psylloidea) von Schinus (Anacardiaceae). Internationale Entomologen-Tagung, DGaaE, SEG, ÖEG, XVI. SIEEC, Basel, Göttingen, 14.-19.3.1999, Kurzfassungen der Vorträge und Poster: 2.
Burckhardt D. 1999. Biogeography and host plant relationships of the jumping plant-lice (Hemiptera, Psylloidea) associated with Schinus (Anacardiaceae). XVIIIth meeting of the Willi Hennig Society, Göttingen, 12.-17.9.1999, abstracts: 8-9.
Santana D. L. Q., de Andrade F. M., Penteado S. R. C., Iede E, T., Burckhardt D. & Fardin A. E. 1999. Two introduced psyllid species (Hemiptera, Psylloidea) in Brazilian eucalypt plantations. In: International congress and exhibition on forests, 5, Curitiba. Forest 99. Rio de Janeiro: Sociedade Brasileira para a Valorização do Meio Ambiente – Biosfera, 1999. 1 CD ROM.

1998
Burckhardt D. 1998. Diversität der Entomofauna von Schinus (Anacardiaceae) mit besonderer Berücksichtigung der Psylloidea (Hemiptera). Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft 71(1-2): 249-250.
Olivares T. S. & Burckhardt D. 1998. Psilidos Neotropicales des género Calinda Bl. (Hemiptera: Psyllodea: Triozidae). Libro de resumenes, XX Congreso Nacional de Entomología, Concepción - Chile, 11 al 13 de Noviembre 1998: 28.

1997
Burckhardt D. 1997. The Southern temperate Neotropical jumping plant-lice (Hemiptera: Psylloidea) and their biogeographic relationships. Program and Abstracts. II Southern Connection Congress, Valdivia, Chile. Noticiero de Biología 5: 93.
Olivares T. & Burckhardt D. 1997. The South temperate Asteraceae-feeding Triozidae (Hemiptera: Psylloidea). Program and Abstracts. II Southern Connection Congress, Valdivia, Chile. Noticiero de Biología 5: 175.

1993
Burckhardt D. 1993. Blattflöhe (Homoptera, Psylloidea) auf Nothofagus (Fagaceae): ein Beispiel von Coevolution? Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft 66(1-2): 210.
Burckhardt D. 1993. The plant-louse genus Notophorina (Insecta, Homnoptera) and Nothofagus (Fagaceae): an example of coevolution? Revue suisse de Zoologie 100: 792.

1992
Burckhardt D. 1992. Biogeographía de los psílidos (Homoptera: Psylloidea) de la zona temperada de Hemisferio Sur, con especial referencia a Chile. XIV Congreso Nacional de Entomología, 11-13 Noviembre 1992, Santiago, Sociedad Chilena de Entomología: 15-19.

1988
Burckhardt D. 1988. Larvalsystematik und die Klassifizierung von Psylla s.l. (Homoptera, Psylloidea). Verhandlungen des SIEEC XII, XII internationales Symposium über Entomofaunistik in Mitteleuropa, Kiew 25-30 September 1988. Kurzfassung der Vorträge.

1984
Burckhardt D. 1984. Wirtspflanzenspektren und Morphologie der Arten der Trioza apicalis-Gruppe (Sternorrhyncha, Psylloidea). Verhandlungen des SIEEC X, Budapest 1983: 105-107.

1978
Burckhardt D. 1978. Über die schweizerischen Arten der Trioza apicalis-Gruppe (Sternorrhyncha, Psyllodea). Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft 51: 420.

Popular articles, orbituaries etc.
2006
Burckhardt D. 2006. Zukunft der Systematik in der Schweiz – Systematik als biologische Schlüsseldisziplin. GfBS News, Informationen für Mitglieder der Gesellschaft 17: 34-35.
Burckhardt D., Gonseth Y. & Tschudin P. 2006. GBIF.ch: Biodiversitätsdaten im Internet. Hotspot 13: 22.
Burckhardt D. & Keller S. 2006. Zum 80. Geburtstag von Professor Dr. Georg Benz. Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft 79: 149-165.
Burckhardt D. 2006. Bericht über die “Swiss Systematic Society” (SSS) 2006. GfBS News, Informationen für Mitglieder der Gesellschaft 17: 33-34.
Burckhardt D. & Mühlethaler R. 2006. Erratum to: "Abstracts of the 8th Annual Congress of the "Gesellschaft für Biologische Systematik" (GfBS)". [Org. Divers. Evol. 5 (2005) 320]. Organism, Diversity, Evolution 6(2): 165.
Burckhardt D. & Wyniger D. 2006. In Memoriam Dr. h. c. René Wyniger. Mitteilungen der Entomologischen Gesellschaft Basel 56: 178-187.
Cuttelot A. (ed.). Die Zukunft der Systematik in der Schweiz, Systematik als biologische Schlüsseldisziplin. Akademie der Naturwissenschaften der Schweiz, SCNAT: 1-8.

2005
Burckhardt D. 2005. Die "Task Force Systematik" der Akademie der Naturwissenschaften der Schweiz (SCNAT). GfBS News, Informationen für Mitglieder der Gesellschaft 14: 20-22.
Burckhardt D. 2005. Zum 70. Geburtstag von Professor Dr. Hans Malicky. Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft 78: 247-248.
Burckhardt D. 2005. Zum 70. Geburtstag von Professor Dr. Hans Malicky. Mitteilungen der Entomologischen Gesellschaft Basel 55: 158-160.
Burckhardt D. 2005. Jahresbericht 2004 des Präsidenten. Mitteilungen der EntomologischenGesellschaft Basel 55: 162-164.
Burckhardt D., Coray A. & Joos R. 2005. 100 Jahre Entomologische Gesellschaft Basel. Mitteilungender Entomologischen Gesellschaft Basel 55: 1-72.
Burckhardt D. Hänggi A. 2005. Wo sind sie geblieben? – Die Suche nach kompetenten Fachleuten. Jahresbericht 2004 Naturhistorisches Museum: 16-17.
14
Burckhardt D. & Mariaux J. 2005. Schweiz gründet eigene Systematiker-Gesellschaft. GfBS News, Informationen für Mitglieder der Gesellschaft 15: 24.
Burckhardt D. & Mariaux J. 2005. SSS – Swiss Systematics Society – eine neue Fachgesellschaft/ une nouvelle association. Mitteilungen der Schweizerischen EntomologischenGesellschaft 78: 408-409.
Burckhardt D. & Mühlethaler R. 2005. Abstracts of the 8th annual congress of the "Gesellschaft für Biologische Systematik" (GfBS). Organisms, Diversity & Evolution 5: 320.
Burckhardt D. & Wyniger D. 2005. 100 Jahre Entomologische Gesellschaft Basel. Mitteilungender Entomologischen Gesellschaft Basel 55: 160-162.
Mühlethaler R. & Burckhardt D. 2005. 8. Jahrestagung der GfBS vom 13. bis 16.9.2005 in Basel. GfBS News, Informationen für Mitglieder der Gesellschaft 15: 5-6.

2004
Burckhardt D. 2004. Warum haben Insekten eigentlich kein rotes Blut? Uni nova 96: 38.

2003
Agosti D., Linder P., Burckhardt D., Martinez S., Löbl I. & Loizeau P. A. 2003. Switzerland's role as a hostspot of type specimens. Correspondence. Nature 421: 889.
Burckhardt D. & Schwarze Th. 2003. Arche Noah Rangierbahnhof. Pro Natura Basel 3/03: 5.
Burckhardt D. 2003. Arche Noah Rangierbahnhof, ein Hort seltener Pflanzen und Tiere. Hotspot 8/03: 11.
Burckhardt D. 2003. Überraschender Reichtum in Schweizer Museen und wissenschaftlichen Sammlungen. Hotspot 8/03: 20.
Malenovsky I. & Burckhardt D. 2003. Pavel Lauterer at Seventy. Acta Musei Moraviae, Scientiae biologicae, Brno 88: 181-190.

1998
Burckhardt D. 1998. Emmanuel de Bros (1914-1997). Nota lepidopterologica 21(2): 149-152.

1997
Burckhardt D. 1997. In Memoriam Emmanuel (Männi) de Bros. Mitteilungen der Entomologischen Gesellschaft Basel 47(1): 50-56.

1994
Burckhardt D. 1994. A propos des dessins de Cornelia Hesse: aberrations morphologiques et normalité. Musées de Genève 332: 11-14.

1992
Burckhardt D. 1992. 500 ans d'Amérique, 100 ans de Péloridiidés. Musées de Genève 320: 14-18.

1990
Löbl I. & Burckhardt D. 1990. Recherches entomologiques à Java et Sumatra. Musées de Genève 303: 15-21.
Burckhardt D. & Löbl I. 1990. Carnet de route. Campus, sept.-oct. 1990: 16-17.
Moeschler P., Studer J., Bénier C., Burckhardt D., Löbl I., de Roguin L. & Weber C. 1991. Nature enjeux. Musées de Genève 314: 13-17.

1988
Lienhard C. & Burckhardt D. 1988. Zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. Willi Sauter. Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft 61: 9-10.

1986
Burckhardt D. 1986. A propos de l'acquisition de la collection J. Plante. Musées de Genève 270: 2-6.


Unveröffentlichte Schriften:

Burckhardt D. 1994. Psylloid pests of temperate and subtropical crop and ornamental plants (Hemiptera, Psylloidea): a review. Trends in Agricultural Sciences, Entomology 2: 173-186.
Burckhardt, D. 1993. Psílidos (Homoptera, Psylloidea) en cultivos y plantas ornamentales de climas templados o subtropicales. Servicio Agrícola y Ganadero. Departemento de Protección Agrícola, Santiago, 78 pp;
Burckhardt D. 1977. Faunistisch-ökologische Untersuchungen über die Psyllen-Fauna des unteren Reusstales (Sternorrhyncha Psyllodea). Unpublished Diploma thesis, ETH Zürich, 57 pp.

 
Mitglied:
Präsident der Entomologischen Gesellschaft Basel (EGB). Vizepräsident des Swiss Systematics Society (SSS). Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Biologische Systematik (GfBS). Aktuar und Mitglied der Kommission des Fonds "Pro Entomologia" (Seit 1997).

 
Kontakt:
Naturhistorisches Museum Basel
Augustinergasse 2
CH-4001 Basel
Daniel.burckhardt@unibas.ch
Tel +41 61 266 55 38
Fax +41 61 266 55 46

 

 
Bushart, Prof. Dr. Dr. h.c. Bruno
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
geb. 11. September 1919 in Ellwangen
gest. 2012
Abitur, Wehrdienst, Kriegsgefangenschaft. An amerikanischen Lageruniversitäten zum Lehrbeauftragten für Kunstgeschichte ernannt.
 
Ausbildung:
Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie sowie Vor- und Frühgeschichte
1950 Dissertation "Die Stiftskirche zu Ellwangen und ihre Stellung innerhalb der südwestdeutschen Baukunst der staufischen Zeit", "summa cum laude"
1950-1952 Volontariat am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und an den großen Münchner Museen.
1952 heiratete er Annemarie (Mirl) Merkenschlager
 
Lebenslauf:
1952-1964 Mitarbeiter der Staatsgalerie Stuttgart, zuletzt stellv. Direktor
1964-1980 Direktor der Augsburger Museen
Seit 1970 lehrte Bruno Bushart als Lehrbeauftragter an der Universität München, an der er 1978 zum Honorarprofessor ernannt wurde. Seit 1977 nahm er einen weiteren Lehrauftrag an der Universität Augsburg wahr. Damit tat er den ersten Schritt zu der von ihm gewünschten Zusammenarbeit mit dem neuen Lehrstuhl für Kunstgeschichte, noch bevor dieser existierte. Ende 1981 schied Bruno Bushart aus dem aktiven Museumsdienst vorzeitig aus.
 
Arbeit:
Ausstellungen (Auswahl):
1965 - „Hans Holbein d. Ä. und die Kunst der Spätgotik“,
1969 „Augsburger Barock“,
1975 „Johann Liss – in Zusammenarbeit mit dem Cleveland Museum of Art“
1979 Architektur des 19. Jahrhunderts in Augsburg
1980 „Welt in Umbruch“.
Dazwischen streute er eine große Anzahl kleinerer Ausstellungen zur Modernen Kunst, z. T. zusammen mit dem Kunstverein veranstaltet.
1968 Picasso Graphik
1969 Oskar Kokoschka – Handzeichnungen und Aquarelle
1971 Willi Baumeister
1972 Paul Klee - Aquarelle, Zeichnungen, Druckgraphik
1976 Carl Spitzweg - aus der Sammlung Georg Schäfer
1978 Ferdinand Waldmüller – aus der Sammlung Georg Schäfer
Adolph Menzel – aus der Sammlung Georg Schäfer).
Forscher und Kenner der deutschen Renaissance- und Barockmalerei.
 
Hauptverdienste:
Mit seiner Tätigkeit als Direktor in Augsburg begann Bruno Bushart mit der Neuorganisation der Städtischen Kunstsammlungen: 1966 die Neueinrichtung des Römischen Museums in der ehemaligen Dominikanerkirche, 1967 der Ausbau des Holbeinhauses zum Ausstellungsgebäude, genutzt vor allem vom Kunstverein, aber auch von den Kunstsammlungen. 1970 folgte die Eröffnung der Deutschen Barockgalerie im Schaezlerpalais mit der Graphischen Sammlung in neuen Räumen, mit einem Konservator und Restaurator, und der Kellergalerie für Zeitgenössischen Kunst.
Mit der Deutschen Barockgalerie schuf er die einzige der barocken Malerei gewidmeten Sammlung in Deutschland, die er bis zu seiner Pensionierung konsequent durch Erwerbungen ausbaute.

Gründer des Kunsthistorischen Instituts der Universität Augsburg und starker Einsatz für das Augsburger Zeughaus, das Ende der 60er Jahre bereits von der Stadt an das Kaufhaus Horten verkauft worden war!
 
Preise und Ehrungen:
Ehrendoktorwürde durch die Universität Augsburg im Jahr 1983
 
Erwähnungen:
Dr. Kurt Gribl: Trauerrede auf Prof. Dr. Dr. h. c. Bruno Bushart, Juni 2012
 

 
Bütschli, Otto
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Museologen

 
Geboren: 3.5.1848 in Frankfurt a.M.
Gestorben: 3.2.1920 in Heidelberg
 
Lebenslauf:
Ab 1878 Prof. und Direktor des Zoologischen Instituts in Heidelberg.
 
Hauptverdienste:
Entdecker der mitotischen Kernteilung bei Tieren.

 
Eigene Publikationen:
Studien über die Zellteilung, 1876;
Protozoa, in: H.G. Bronn´s Klassen und Ordnungen des Thier-Reichs, Bd.1, 1889;
Untersuchungen über mikroskopische Schäume und das Protoplasma, 1892;
Mechanismus und Vitalismus, 1901;
Vorlesungen über vergleichende Anatomie, ab 1910.
 
Preise und Ehrungen:
Korrespondierendes Mg. der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
 
Erwähnungen:
Lexikon der Biologie (Redaktion: Sauermost, R.; Freudig, Doris), 12 Bde., Heidelberg 1999, Bd.3, S.239;

 

 
Böhme, Johann Gottlieb
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Sammler

 
Geboren: 20. 3. 1717 in Wurzen
Gestorben: 30. 7. 1780
Vater: Gastwirt
Ehepartner: 1) Marie Rosine Böhme 2)Christiane Regine Richter, geb. Hetzer
 
Ausbildung:
Ausbildung: Landesschule Schulpforta
Professur: 1758 (Geschichte und Staatsrecht)
 
Lebenslauf:
8 Jahre nach seiner Leipziger Professur wurde Böhme an die Univ. Utrecht berufen. Böhme lehnte diese Berufung ab;
Durch seine zweite Ehe kam Böhme in den Besitz des Gohliser Schlößchens und verlegte seinen Wohnsitz dorthin. Vielleicht brachte seine zweite Frau auch einige Gemälde in die Ehe ein;
Die Slg. Böhme umfaßte 232 Gemälde (meist an den Wänden des Gohliser Schlößchens)und einen großen Bestand an Kupferstichen;
Nach 1994 wurde die Slg. bei Rost verauktioniert.
 
Hauptverdienste:
Der Leipziger Universitätsbibliothek schenkte er eine große Bibliothek;
 
Preise und Ehrungen:
1766 Titel eines kursächsischen Hofrates und Hofhistoriographen;
 
Erwähnungen:
Gerichtsakten Gohlis I, Bl. 75-80; Krüger.

 

 
Camerarius / Cammerer, Rudolph Jakob
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Handwerk und angewandte Wissenschaft, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 12.2.1665 in Tübingen
Gestorben: 11.9.1721 in Tübingen
 
Lebenslauf:
Ab 1688 Direktor des Botanischen Gartens in Tübingen, seit 1695 Prof. für Medizin in Tübingen.
 
Eigene Publikationen:
Epistola ad M. B. Valentini de sexu plantarum, 1694;
De generatione hominis et animalibus, 1715.
 
Erwähnungen:
Lexikon der Biologie (Redaktion: Sauermost, R.; Freudig, Doris), 12 Bde., Heidelberg 1999, Bd.3, S.276.

 

 
Camillo, Giulio
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 1479 in Portogruaro
Gestorben: 1544 in Mailand
 
Lebenslauf:
Studium von Sprachen, aber auch der Kabbala in Padua;
danach Studium der lateinischen und griechischen Sprache in Bologna und von humanistischen Fächern in Udine;
Camillo stand in Verbindung mit Erasmus von Rotterdam und Calvin;
er war seinerzeit in ganz Europa sehr berühmt, der französische König Franz I. unterstützte seine Projekte;
Camillo beschäftigte sich auch mit Alchemie und Kosmologie und studierte lateinische und griechische Autoren; er hat viele Manuskripte hinterlassen, die posthum erschienen.



 
Hauptverdienste:
In Zusammenhang mit Ideen M. T. Ciceros und P. Vitruvius` arbeitete er eine eigene Vorstellung des Universums im "L ´idea de Theatro" aus; hier findet sich nicht nur ein antikisches Theaterkonzept, sondern auch damalige philosophische, kosmogonische und mystische Ideen und Vorstellungen; in Zentrum stand die Relation zwischen Mikro- und Makrowelt, die Aufgabe des Gedächtnisses und die Wichtigkeit der Erkennungsprozesse; das "Theatro" wurde in Frankreich von Franz I. wahrscheinlich aus Holz gebaut, wovon auch Beschreibungen (Zuichemus 1532, Cousin 1558) derart existieren, daß es ziemlich wunderlich war; Symbolnummern spielten die Hauptrolle:
"in 7 Ebenen waren, beginnend mit den sieben Planeten als Archetypen der Schöpfung, die einfachen Elemente, die gemischten Elemente, die Schöpfung des Menschen, die Einheit von Körper und Seele, die menschlichen Aktivitäten in der Natur und schließlich die Künste gestellt. In der Mitte des ersten Ranges stand eine Pyramide, die Gott symbolisierte ? Diese Vision der Welt war zu besseren Verständlichkeit für den auf der Bühne postierten Betrachter noch zusätzlich durch gemalte Bilder über den Eingangstoren und Zettel (Inscriptiones) in Kassetten und Schachteln erläutert." (SCHEICHER); das Theater ging in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts verloren.
Das Gedankenmodell inspirierte - > Quiccheberg, aber seine Auffassung war mit der Systematisierung der Sammlungen entstanden und wesentlich beeinflußt vom Charakter der Sammelobjekte; auch in der Gegenwart halten noch manche Memory- und Cyberspacevorstellungen an diesem Grundmodell fest.
 
Eigene Publikationen:
L´idea del Theatro. 1550.
 
Erwähnungen:
Berliner, R.: Zur älteren Museumslehre in Deutschland. In: JbBK, Bd.5, München 1928; Bernheimer, R.: Theatrum Mundi. The Art Bulletin. 38/1956; Yates, Fr. A.: The Art of Memory. Chicago 1966; Yates, Fr. A.: Theater of the World. Chicago 1969; Scheicher, E.: Die Kunst- und Wunderkammern der Habsburger. Wien-München- Zürich 1979; Fiala, P.: Theatrum Amplissimum Samuela Quiccheberga. Seminararbeit, Lehrstuhl der
Museologie an Masaryk Univ., Brno 1985; Prinke, R. T.: The Great Work in the Theatre of the World, Compendium on the Rosicrucian Vault. Edinburgh, 1985; Radley, A.: Artefacts, Memory and a Sense of the Past: Collective Remembering. London 1990; Nazzi, Z. (Hg.): Dizionario Biografico Friulano. 1997; Microcosmos. Camillo and the Internet Workshop. University of California 1999. [ZZS]
Bild: Titelblatt der gesammelten Werke von Camillo aus der Stadtbibliothek Empoli.

 

 
Carolsfeld, Julius Schnorr von
Berufsgruppe: Künstler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 26.3.1794 in Wien
Gestorben: 24.5.1872
Vater: Veit Hans Schnorr von Carolsfeld, Maler, Kupferstecher
 
Lebenslauf:
1818-1827 Italienaufenthalt
1827 Akademieprof. in München
1846-1871 Galeriedirektor der Sächsischen Gemäldegalerie, Dresden;
1871 Ruhestand
 
Arbeit:
Nibelungenfrescos in der Münchner Residenz; Illustrationen zur Bibel in Bildern, 1851-1860.
 
Hauptverdienste:
Während seiner Amtszeit Umzug der Sächsischen Gemäldegalerie vom Stallhof in den Semperbau.
 
Erwähnungen:
Menz, Heller: Die Dresdner Gemäldegalerie. Paris und Gütersloh o.J, S. 66ff. Weitere Lit. in den bekannten Künstlerlexika.
 

 
Carus, Julius Victor
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 25.8.1823 in Leipzig
Gestorben: 10.3.1903 in Leipzig
 
Lebenslauf:
Ab 1853 Prof. für vergleichende Zoologie und Direktor der Zoologischen Sammlung der Universität Leipzig;

 
Hauptverdienste:
Bedeutender Biograph der Zoologie;
 
Eigene Publikationen:
Handbuch der Zoologie, 1863;
Geschichte der Zoologie, 1871;
Begründer und erster Herausgeber des "Zoologischen Anzeigers";
Übersetzer der gesammelten Werke und Briefe von C.R. Darwin.
 
Erwähnungen:
Lexikon der Biologie (Redaktion: Sauermost, R.; Freudig, Doris), 12 Bde., Heidelberg 1999, Bd.3, S.309.

 

 
Cermak, Kliment
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Fachwissenschaftler, Fachwissenschaftler, Museologen

 
Geboren: 1.4.1852 in Caslav
Gestorben: 19.1.1917 in Caslav
 
Lebenslauf:
Nach dem Lehrerstudium und entsprechender Praxis ließ sich Cermak in Jahre 1873 in seiner Geburtsstadt Caslav in Mittelböhmen nieder und erhielt den Posten des Schuldirektors;
er beteiligte sich an der Museumsgesellschaft "Vcela cáslavska" (Tschaslauer Biene, gegründet 1864), beschäftigte sich mit Regionalhistoriographie und organisierte auch die archäologischen Ausgrabungen;
er veröffentlichte ein grundlegendes Werk über Münzen des Königsreichs Böhmen, publizierte auch verschiedene Artikel in Ausland, z.B. in den "Mitteilungen der k.k. Zentralkommision für Kunst und Hist. Denkmale", "Verhandlungen der Berliner Anthropologischen Gesellschaft" und der Ztschr. der "Societe Suisse de Numismatique";
er gründete und veröffentlichte 1895-1901 die Monats-Ztschr. "Vestník cskoslovanskych muzei a spolku archeologickych" (Verordnungsblatt der tschechoslawischen Museen und archäologischen Gesellschaften), in der seine theoretische Beiträge zur Museumsarbeit und Organisation des Museumswesens in Böhmen zu finden sind;
1884 setzte er den Neubau des Stadtmuseums in Caslav durch, beteiligte sich an der Einrichtung und setzte hierbei eigene theoretische und praktische Vorstellungen um;
er spielte eine wichtige Rolle bei den ersten Versammlungen der Museumsverbände (1893, 1898) und legte dort eigene Vorstellungen über Museen und Organisationsfragen vor.
 
Hauptverdienste:
Cermak war über Museumsströmungen in Zentraleuropa sehr gut orientiert und war imstande, neue Ideen nicht nur zu applizieren, sondern auch theoretisch fortzuentwickeln; er gehörte zu den Gründern des museologischen Denkens in Böhmen; er identifizierte die Hauptfunktionen von Museen, widmete spezielle Aufmerksamkeit den einzelnen Typen der Stadt-, Lokal- und Regionalmuseen; er war der erste, der über Museumsnetzwerke nicht nur sprach, sondern auch ihre Funktion abgrenzte; er beschäftigte sich auch mit technischen Fragen von Museen, z.B. beachtete er nicht nur didaktische, sondern auch ästhetische Aspekte bei der Realisierung von archäologischen Ausstellungen; 1895 hat über die Zweckmäßigkeit von Museen geschrieben: "Museen sind nicht Panoptiken und auch nicht Panoramen, sie sollen ein Bild der Vergangenheit und der Gegenwart repräsentieren". 1901 veröffentlichte er den Artikel "Vychova v museologii" (Erziehung im Rahmen der Museologie), wo er die Meinung vertrat: "Vor fünfzig Jahren deklarierte J. E. Purkyne, daß wir die Naturwissenschaftler erziehen können... Ich behaupte, daß wir auch imstande sind, Museologen zu erziehen."; diese museologische Qualifikation verlangte er auch für Fachwissenschaftler, die in Museen arbeiten; manche dieser Ideen nahmen die Zukunft vorweg.
 
Eigene Publikationen:
O mincich kralovstvi Ceskeho (Über die Münzen des Königreichs Böhmen, 1885;
O muzeich mestskych a okresnich (Über Stadt- und Bezirksmuseen, 1886
O nazvosloví v ceské archeologii (Von der Terminologie in der tschechischen Archäologie), 1888;
Ucelnost muzeí (Die Zweckmäßigkeit der Museen, 1895;
Vlastenecky ukol muzejnich spolecnosti (Die heimatkundliche Aufgabe der Museumsgesellschaften, 1896;
O radì muzejní, 1898;
Vychova v museologii (Erziehung in der Museologie), 1901.
 
Erwähnungen:
Stransky, Z.Z.: BRNO: Education in Museology, Brno 1974; Schwarzová, V.: Kliment Èermák 1852-1917; Katedra muzeologie, Diss. Brno 1977; Schwarzova, V.: Museolog Kliment Cermák. In: Museologicke sesity, VII/1979; Spet, J.: Muzea ve vyvoji spolecnosti a narodní kultury, Prag 1980; Stranska/Stransky: Zaklady studia muzeologie, UMB, Banska Bystrica 2000.
Die Abb. zeigt ein Foto aus Museologicke sesity, VII/1979. [ZZS]
 

 
Chevreul, Michel Eugène
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 31.8.1786 in Angers
Gestorben: 8.4.1889 in Paris
 
Ausbildung:
Professur: 1830 in Paris
 
Lebenslauf:
Ab 1864-79 Direktor am Musée d´Histoire Naturelle in Paris;
seit 1824 Färbereidirektor der Königl. Gobelinmanufaktur von Paris;


 
Hauptverdienste:
Begründer der wissenschaftl. Fett- und Seifenchemie;
 
Eigene Publikationen:
Abhandlungen über die Herstellung von Substanzen aus Indigo, 1809;
Über die Eigenschaften der Seife, 1823;
Recherches chimiques sur les corps gras d´origine animale, 1823;
Leçons de chimie appliquée à la teinture, 2 Bde, 1829-30;
Histoire des connaissances chimiques, 1866.
 
Erwähnungen:
Lexikon der Biologie (Redaktion: Sauermost, R.; Freudig, Doris), 12 Bde., Heidelberg 1999, Bd.3, S.393.

 

 
Cohn, Ferdinand Julius
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Fachwissenschaftler, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 24.1.1828 in Breslau
Gestorben: 25.6.1898 in Breslau
 
Ausbildung:
Ausbildung: Magdalenen-Gymnasium in Breslau
 
Lebenslauf:
1851 Privatdozent am Pflanzenphysiologischen Institut an der Universität Breslau;
1859-1898 Prof. und Direktor des Botanischen Gartens in Breslau,
ab 1866 zusätzlich Direktor des Instituts für Pflanzenphysiologie;


 
Hauptverdienste:
"Aufgrund der bahnbrechenden Arbeiten kann man Cohn als den Begründer der modernen Bakteriologie betrachten. Daneben war Cohns "Entdeckung" des jungen Arztes Koch im Jahre 1876 sicherlich ebenso bedeutsam." (Aus den zit. Internetseiten)
 
Eigene Publikationen:
Begründer der Zeitschrift "Beiträge zur Biologie der Pflanzen", 1872;
Untersuchungen über die Entwicklungsgeschichte der mikroskopischen Algen und Pilze, 1854;
Die Pflanze, 1882;

 
Preise und Ehrungen:
zahlreiche in- und ausländische Ehrungen; u.a. 1893 Mg.der Royal Society und 1895 Goldmedaille der Linnean Society.

 
Erwähnungen:
Lexikon der Biologie (Redaktion: Sauermost, R.; Freudig, Doris), 12 Bde., Heidelberg 1999, Bd.4, S.40; "Cohn" in Medicine Worldwide Net (http://www.m-ww.de/persoenlichkeiten/cohn.html).

 

 
Comenius / Komensky, Johann Amos / Jan Amos
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Fachwissenschaftler, Handwerk und angewandte Wissenschaft, Kirchenmitglieder

 
Geboren: 28.3.1592 in Nivnice oder Uherski Brod (Hunnobrodae)
Gestorben: 15.11.1670 in Amsterdam
Vater: Martin Müller
Mutter: Anna Müller
 
Ausbildung:
Ausbildung: lateinischen Schule in Prerov
 
Lebenslauf:
Er verlor früh seine Eltern;
1614-1621 Schuldirektor in Prerov und Prediger in Fulnek. In dieser Zeit verlor er Frau und Kind, nach der Einäscherung von Fulnek fand er Zuflucht in Brandys nad Orlici;
1624 Verfolgung aller evangelischen Prediger in Böhmen;
1627 Ausweisung der Evangelischen, C. zog mit Glaubensbrüdern nach Lesno (Polen); hier entfaltete er eine breite pädagogische und wissenschaftliche Arbeit und publizierte Lehrbücher und Reformvorschläge;
1632 Notarius, 1636 Senior und 1648 Bischof der Böhmisch-Mährischen Brüderunität;
1641-1642 tätig in Englad bei der Familie Geer, die ihn auch später finanziell unterstützte;
1642-1648 in schwedischen Diensten, organisierte 1650-1654 auf Einladung George II. Rákóczi die Schulreform in Siebengebürgen;
1656 Einäscherung von Lesno durch die Schweden, wobei C. seine Manuskripte und Bibliothek verlor; Umzug nach Amsterdam.



 
Hauptverdienste:
C.` Werke wurden schon damals in 12 europäische und mehrere asiatische Sprachen übersetzt; er traf sich mit Descartes und Leibniz und gewann weltweites Ruhm; 1669 schrieb er: "Mein ganzes Leben war ein Pilgerwandern, ich hatte keine Heimat" C. arbeitete eine philosophische-theologische Weltkonzeption aus und definierte die Aufgabe der Wissenschaft (Pansofia) und der Erziehung (Pädagogik); seine gesamtmenschliche Vorstellungen und sein vielseitiges Integrationsmodell sind auch heute noch aktuell. C.` Gedankentwicklung begann auch mit der damals üblichen Theateridee, was in seinem Werk "Theatrum universitatis rerum" deutlich wird, er ging jedoch einen Schritt weiter und operierte mit der Labyrinthvorstellung. Das alles kulminierte in seiner Überzeugung, daß die Menschen die Aufgabe haben, eine "Verbesserung allen Seins" zu erreichen.
In diesem Zusammenhang kam er auch auf das Musealwesen zu sprechen: C. charakterisierte das Museum nach damaligen Vorstellungen:
"Museum, das Musenzimmer ist ein Ort, wo der Kunstliebende abgesondert von Leuten alleine sitzet dem Kunstfleiß ergeben"
Er formulierte aber auch den Vorschlag, in allen Ländern "Gärten des angenehmen Anblickes" einzurichten, die alle Pflanzenwesen, alle Gesteine und Versteigerungen, alle Land-, Wasser- und Luftlebewesen sowie auch verschiedene Ärtefakte aufnehmen sollten. Aktuell sind seine pädagogischen Ideen - manche Museumspädagogen entnehmen C.` Ideen aber nur einzelne Begriffe und vergessen dabei C.` Weltkonzept und die kulturelle und moralische Aufgabe einer "Verbesserung".
 
Eigene Publikationen:
Janua linqurum reserata, 1631;
Das Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens, 1631;
Informatorum maternum, 1633;
Pansophia diatopsis, 1643;
De rerum humanorum emendatione consultatio catholica, 1645;
Schola ludus, 1654;
Pampaedia, 1656);
Didactica opera omnia, 165);
Orbis sensualium pictus, 1658;
Unum necessarium, 1668.
 
Erwähnungen:
Schaller, K.: Die Pädagogik des Johann Amos Comenius und die Anfänge des pädagogischen Realismus im 17. Jahrhundert, Heidelberg 1967; Benes, J.: KomenskÛ a muzea (Comenius und die Museen). In: Muzeologické sesity, III/1971; Floss, P.: Die Entwicklung der philosophischen Terminologie Komensky´s und einige Aspekte der Geschichte des substanziellen und systemmäßigen Denkens. In: Acta Comeniana, 1987; Vieregg, H.: Vorgeschichte der Museumspädagogik, Münster-Hamburg 1991. [ZZS]
Die Abb. zeigt einen Kupferstich nach Ch. Hagens.

 

 
Dagognet, François
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 24.4.1924 in Langres
 
Ausbildung:
Studium der Philosophie bei Canguilhem (Abschluß 1949);
anschlißend Medizinstudium, Promotion 1958;
D. beschäftigte sich auch mit Chemie und Neuropsychiatrie und benützte die Erkenntnisse und Methodologie in Philosophie;
danach Professur an der Universität von Lyon;
1985- 1995 Professor der Philosophie an der Sorbonne in Paris;
breite Publikationstätigkeit über 54 Titeln;
Beschäftigung mit globalen Fragen und Problemen der menschlichen und gesellschatlichen Entwicklung, aber auch mit Kunst, Information, Gedächtnis und Museen.

 
Hauptverdienste:
Hauptverdienste/Spezialisierung:
D. spielte eine wichtige Rolle in der modernen Philosophie; er publizierte viele wichtige wissenschaftliche Analysen der aktuellen gesellschaftlichen Situation; Mit
„L´homme est une création du désir, non pas une création du besoin“;
kritisierte er die traditionelle Moral. Das Kapitel IV. seiner „Memoire pour l ´avenir“ schenkte er der „Museographie“; dort polemisierte er gegen die Ideen von -> André Malraux und Georges Duthuit; er beeinflußte -> Bernard Deloche und seine „Museologca“ und kommentierte auch die Erstausgabe.
 
Eigene Publikationen:
Le catalogue de la vie, 1970 ;
Écriture et iconographie, 1973 ;
Pour une théorie générale des formes, 1975 ;
Mémoire pour l´avenir (vers une méthodologie de l´informatique), 1979 ;
Philosophie de l´image, 1984 ;
Une nouvelle morale, 1998.
 
Erwähnungen:
http://www.ac-nantes.fr:8080/peda/disc/philo/franois.htm [sic]

Bild: MGAG Philo Automne 2003 [ZZS]

 

 
de Candolle, Alphonse Pyrame
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 27.10.1806 in Paris
Gestorben: 4.4.1893 in Genf
Vater: -> Augustin-Pyramus de Candolle
 
Lebenslauf:
Ab 1831 Prof. an der Akademie der Wissenschaften in Genf;
ab 1835 Nachfolger seines Vaters Direktor eines Botanischen Gartens;
seit 1850 Privatgelehrter.
 
Hauptverdienste:
Mitbegründer der wissenschaftlichen Pflanzengeographie.
 
Eigene Publikationen:
Introduction à l´étude de la Botanique, ou traité élémentaire de cette science, 2 Bde, 1835;
Géographie botanique raisonnée ou exposition des faits principaux et des lois concernant la disposition géographique des plantes de l´époque actuelle, 1855; Origine des plantes cultivées, 1863;
Lois de la nomenclature botanique adoptées par le Congrès international de botanique tenu à Paris en Août 1867, 1867;
Origine des plantes cultivées, 1883.
 
Erwähnungen:
Lexikon der Biologie (Redaktion: Sauermost, R.; Freudig, Doris), 12 Bde., Heidelberg 1999, Bd.3, S.283;

 

 
de Candolle, Augustin Pyramus
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 4.2.1778 in Genf
Gestorben: 9.9.1841 in Genf
 
Lebenslauf:
1808-16 Prof. und Direktor des Botanischen Gartens in Montpellier,
danach Prof. und Gründer des Botanischen Gartens in Genf.
 
Hauptverdienste:
Besaß eines der größten Privatherbarien (über 700000 Arten).
 
Eigene Publikationen:
Prodomus systematis naturalis regni vegetabilis, 7 Bde, 1824-41;
Théorie élémentaire de la botanique, 1813;
Organographie végétale, 1827.

 
Erwähnungen:
Lexikon der Biologie (Redaktion: Sauermost, R.; Freudig, Doris), 12 Bde., Heidelberg 1999, Bd.3, S.283;

 

 
Deloche, Bernard
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Fachwissenschaftler, Museologen

 
Geboren: 1944 in Lyon
Ehepartner: verheiratet
 
Lebenslauf:
er studierte an Institut d´études politique in Lyon Philosophie; 1979 Promotion.
anschließend Studium der Philosophie der Schulen von Julien-Wittmer in Charolles, Jean-Moulin und Parc in Lyon;
1980 -1990 Assistent und von 1991 an Prof. der Philosophie an der Univ. Jean Moulin in Lyon;
1990 Gründer der MNTIC – Musees et nouvelles technologies de l´information et de la communication und Übernahme der Leitung; anschließend Gründung von DESS – Museologie et nouveaux médias
Experte des Cour d´appel für Angewandte Kunst in Lyon.
 
Hauptverdienste:
enschaftlich und pädagogisch beschäftigte er sich hauptsächlich mit Philosophie der Kunst und Ästhetik und mit der Anwendung der Informatik; er entwickelte eine spezielle Konzeption der Betrachtung von Kunstobjekten als Informationsysteme; hierbei war er von Ideen -> André Malraux‘s (Musée imaginaire), ->Jean Baudrillards, François Dagognets und André Desvallées‘ beeinflußt. Er beschäftigte sich aber auch mit Museen und Museologie; in seinem Hauptwerk „Museologica“ analysierte er die gegenwärtige Situation der Museen auf der Basis philosophischer, psychoanalytischer und ästhetischer Erkenntnisse und kam zu dem Egebnis, daß das traditionelle Museum sich in Agonie befände und schrieb am Ende: „Das traditionelle Museum ist das Museum der Obsession“; er war davon überzeugt, daß „das echte Museum die lebendige Existenz dessen repräsentiere, was normalerweise schon tot sein soll“; mit Malraux war er überzeugt, daß „das symbolische Eigentum besser als materielle ist“; in Zusammenhang mit der Informatik, führte er aus, das Schema könne die substantiellen Seiten eines Objektes zum Ausdruck bringen; darum seien die Objekte der Museologie nicht die Artefakte, sondern Schemata; er publizierte auch Publikation über virtuelle Museen; analogische Ideen äußerte er auch in seinen Beiträgen in den ICOFOM Studies; die meisten heutigen Autoren, die sich zu „Virtuelle Museum“ äußern, betrachten leider nicht die enorm wichtigen philosophischen, besser gesagt, ontologischen Fragen.
 
Eigene Publikationen:
Werke museologischer Orientierung:
A propos d´une paire de chaises anonymes du Musée lyonnais des arts décoratifs. 1979;
Formaliser l´analyse stylistique: pour une grammairte générative de la construction des sièges. In: Ethnologie française, X/1980;
L´art du meuble. 1980;
La culture des sans-culottes (1789-1798). 1989;
Une esthetique experimentale. 1992;
Museologica: contradictions et logiques du musée. Paris: Vrin 1985
Le musée virtuel. Paris 2006: Presses Universitaires de France. 2001. Spanish translation by Lourdes Perez, El museo virtual, Gijón: Trea, 2003. Virtuelni Muzeu, Serbian translation by Vera Pavlovi, Beograd : Clio
Bernard Deloche: Definition of Museum, 114. In: Ann Davis, François Mairesse, André Desvallées (ed.): What is a museum? Revised and enlarged edition and English translation by Ann Davis, Lynn Maranda and Suzanne Nash. Originally published in French in: Vers une redéfinition du musée? Directed by André Desvallées and François Mairesse. Paris 2007 (Muséologies, directed by Michel Van Praët). München 2010

 
Mitglied:
Mitglied von ICOM und Teilnehmer an Aktivitäten von ICOFOM;

 
Erwähnungen:
Samida, S.: Überlegungen zu Begriff und Funktion des „virtuellen Museums“ In: Museologie Online 2002; Schärer, M.: Die Ausstellung, München 2003; Stransky, Z. Z.: Metamuseologie oder: Museologie in Metatext und Kontext. In: MUSEUM AKTUELL, 92 und 93/2003. [ZZS]
Abb.: Archiv Z. Z.Stransky
 

 
Demetrios Phalerios
Berufsgruppe: Medien, Wirtschaft und Politik, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 350 vor Chr.
Gestorben: 283 vor Chr.
 
Ausbildung:
Demetrios war Schüller von Theophrastos und Vertreter der Aristotelischen Lehre;

 
Lebenslauf:
In der Zeit von Cassander war er Kommandant von Athen und hatte große Erfolge zu verzeichnen; 360 wurde er von Demetrius I. von Macedonien vertrieben, er emigrierte nach Ägypten; dort beteiligte sich an Regierung Ptolemaios I. Sofer; dabei beeinflußte er dessen kulturelle Intentionen beim Aufbau des Mouseions mit Bibliothek in Alexandria.
 
Hauptverdienste:
Demetrios brachte das platonische und aristotelische Denken nach Ägypten; ferner
die Idee der Akademie; die Wurzeln des Museions und der Bibliothek, aber auch der wissenschaftlichen Arbeit generell, liegen in Griechenland.
 
Erwähnungen:
Bevan, Ed.: The House of Ptolemy. Chicago 1968; Ellis: Ptolemy of Egypt. New York 1994; Fraser, P. M.: Ptolemaic Alexandria, Vol. I.-III. Oxford 1972
[ZZS]

 

 
Descartes, René
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 31.3.1596 in La Haye
Gestorben: 11.2.1650 in Stockholm
Vater: Parlamentarischer Berater in der Bretagne
 
Lebenslauf:
Ausbildung bei den Jesuiten in La Flèche; wer war dort mit ihrer Ausrichtungnicht unzufrieden und beschäftigte sich lieber mit Mathematik;
anschließend trat er in die Armee ein und beteiligte sich an verschiedenen Schlachten;
bald folgte die Beschäftigung mit der Philosophie;
1629 Umzug nach Holland; dort erste philosophische Werke;
1637 veröffentlichte er das Hauptwerk !Discours de la Méthode" und dann 1641 "Meditationes de prima philosophia", 1644 "Principia philosophiae"; das brachte ihm Anklang ein und Kardinal Mazarin setzte für ihn eine Rente durch;
er stand in Kontakt mit Böhmen, Elisabeth von der Pfalz inspirierte das Werk "Les passions de l´âme"(1649); auch die schwedische Königin Christine hatte Interesse an dieser Philosophie und lud ihn 1649 nach Schweden ein, wo er allerdings eine Lungenentzündung bekam und verstarb.
 
Hauptverdienste:
Descartes war der Gründer des modernen Rationalismus; er suchte die echte Grundlagen der Erkenntnis und problematisierte deswegen die Sinneswahrnehmung. Er konzentrierte die Aufmerksamkeit auf das nicht zweifelhafte Faktum menschlicher Existenz - "Cogito ergo sum"; die Wahrheit liegt in der Übereinstimmung von zugrundeliegenden Ideen ("ideae innatae") und den im Subjekt entstandenen "ideae a me ipso factae"; er beeinflußte substantiell weitere philosophische und wissenschaftliche Denker - es entstand das "Carthesianisch-Newtonische Paradigma"; empirische, aus der Erfahrung entstammende Erkenntnis gilt für ihn nicht. Er ist damit erkenntnistheoretisch der Gegensatz von Francis Bacon. Fst alle seiner Erklärungsversuchen haben keine Gültigkeit behalten; gleichwohl bedeutend und bis heute gültig geblieben ist sein "impetus" für die Naturwissenschaften, daß nämlich alle Naturerscheinungen rational erfaßbar und erklärbar sind. Methodisch war von ihm auch -> J. D. Major beeinflußt; er ließ ein Bildnis von Descartes über der Eingangstür seines "Museum Cimbricum" aufhängen und orientierte sich im wesentlichen an der "Abhandlung über die Methode" die er in der Übersetzung verwendete; "Die ganze Methode besteht in der Ordnung und Dispositon dessen, worauf sich der Blick des Geistes richten muß, damit wir eine bestimmte Wahrheit entdecken können" (Museum Cimbricum:8);
Descartes formulierte 1648 einen Vorschlag zur Förderung der technischen Anwendung der Naturwissenschaften - und zwar in Form eines Museums mit einer technischen Schule; das Institut sollte verschiedene Säle für Handwerker haben; im Anschluß an jeden Saal projektierte er ein Kabinett mit den typischen mechanischen Instrumenten: Das Museum als Schatzkammer handwerklicher Praktiken als Umsetzung rationalistisch-naturwissenschaftlicher Erkenntnis.
 
Eigene Publikationen:
Siehe Lebenslauf.
 
Erwähnungen:
Baillet, A.: La vie de Monsieur Descartes. Paris 1691 ; Artz, F. B.: The development of technical education in France 1500-1850. Cambridge/Mass.1966; Klemm, F.: Die Geschichte der naturwissenschaftlichen und technischen Museen. In: Deutsches Museum. Abhandlungen und Berichte, 2/1973; Filosoficky slovník (Philosophisches Wörterbuch. Olmütz 1995; Gaukroger, S.: Descartes: An Intellectual Biography. Oxford 1997; The International Encyclopedia of Philosophy; Museum Cimbricum. Reprint Kiel 1989. [ZZS]
Bild: Die Abb. entstammt dem Philosophischen Wörterbuch von 1995.

 

 
Desvallées, André
Berufsgruppe: Museologen, Fachwissenschaftler, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Lebenslauf:
André Desvallées spent a major part of his career at the National Museum of Folk Arts and Traditions (Musée national des arts et traditions populaires) as assistant to Georges Henri Rivière, the first director of ICOM. While teaching at the École du Louvre, he developed ecomuseums and other forms of new museology, and was director of the Museum of Arts and Trades (Musée des arts et metiers) in Paris. He was Secretary, Vice-President and now Permanent Advisor to ICOFOM.
 
Eigene Publikationen:
He has published numerous books and articles on museology, the latest being a critique of the new ethnographic museum in Paris: Quai Branly: un Miroir aux alouettes? Paris, L’Harmattan, 2008.

Desvallées, André. 1980. Contribution to Museology – Science or Just Practical Museum Work? / La muséologie ­– science ou seulement travail pratique du musée? Stockholm: Historiska museet, Museological Working Papers 1 / DoTraM Documents de travail sur la muséologie 1, 17-18
Desvallées, André. 1995. Emergence et cheminement du mot patrimoine. In: Musées & collections publiques de France 208 (Sept), 6-29; Patrimoine, Publics & Musées, 7 (jan-juin), 135-153
Desvallées, André. 1998. Cent quarante termes muséologiques ou petit glossaire de l’exposition. In Manuel de Muséographie, ed. by Marie-Odile de Bary and Jean-Michel Tobelem, 205–251. Paris: Séguier–Option culture
Desvallées, André. 2000. Pour une terminologie muséologique de base. In Museology / La Muséologie ICOM Study Series / Cahiers d’étude de l’ICOM 8, 8
Desvallées, André; Mairesse, François. 2005. La muséologie. In: Culture et musées 6, 131-155
Desvallées, André; de Bary, Marie-Odile; Wasserman, Françoise eds. 1992, 1994. Vagues: une anthologie de la Nouvelle Muséologie. 2 vols. Macon: Éditions M.N.E.S.
André Desvallées: About the Definition of Museum, 121 und, zusammen mit François Mairesse und Ann Davis: Redefining Museum, 11ff. In: Ann Davis, François Mairesse, André Desvallées (ed.): What is a museum? Revised and enlarged edition and English translation by Ann Davis, Lynn Maranda and Suzanne Nash. Originally published in French in: Vers une redéfinition du musée? Directed by André Desvallées and François Mairesse. Paris 2007 (Muséologies, directed by Michel Van Praët). München 2010
 
Preise und Ehrungen:
Honorary Curator General of the Museums of France (Conservateur général honoraire)
 

 
Diderot, Denis
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Künstler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst

 
Geboren: 5.10.1713
Gestorben: 30.06.1784 in Paris
 
Lebenslauf:
Jesuitenerziehung, verteidigte aber die Aufklärung und orientierte sich materialistisch;
hatte Existenzprobleme und fand seinen Lebensunterhalt mit Veröffentlichungen;
sein erstes Werk war "Essai sur le merite et la vertu", das Werk "Pensées philosophique" wurde auf Befehl des Parlaments verbrannt;
es folgten drei Monate Gefängnis im Zusammenhang mit dem Werk "Letter sur les aveugles" (1749), aber er hatte hier die Möglichkeit, mit Voltaire und Rousseau Kontakt aufzunehmen;
anschließend begann er mit D´Alembert die Herausgabe der "Enzyklopädie". Trotz vieler Stichworte besserte dieses Werk seine wirtschaftliche Existenz nicht nennenswert auf. Lediglich sein Kontakt mit der -> Zarin Katherina II., die seine große Bibliothek kaufte und ihm eine Rente zusprach, veränderte etwas in seinem Leben.
Er besuchte Katherina II. und lebte am Zarenhof einige Monate;
im letzen Lebensjahr las er mit seiner Tochter die Bibel und diskutierte Auslegungsfragen mit Priestern.
 
Hauptverdienste:
Diderot repräsentierte die Aufklärung und das Streben nach globaler Erfassung der Realität; am Anfang war er Materialist als Ergebnis seiner Übernahme der Erkenntnistheorie von John Locke; er beschäftigte sich mit deskriptiven Fächern und verteidigte eine mechanische Auffassung von Realität; Diderot besaß eine große Bibliothek, aber auch ein Naturalienkabinett; 1765 formulierte in IX. Bd. der Enzyklopädie unter dem Stichwort "Louvre" ein Projekt der Rekonstruktion des Mouseions - "Muséum central des Arts et des Sciences"; darin beschrieb er die Aufteilung der Kollektionen, schlug die Ausstellung von Skulpturen vor. Dabei beabsichtigte er, den Louvre in einen "Tempel" der Kunst, Wissenschaften und Natur umzuwandeln: neu war die Vorstellung, daß diese Einrichtung den Wissenschaftlern und Studenten dienen solle; diese Idee war zwar sehr aktuell, wurde aber erst von Louis XVI. realisiert; allerdings muß diese Konzeption im Licht der französischen Aufklärung und der Enzyklopädisten gesehen werden. Ebenfalls nicht vergessen werden darf, daß die Tendenzen zum Umbau des Louvre schon auf den Anfang des 18. Jh. zurückgehen. Die Enzyklopädie und Entstehung der öffentlichen Museen standen im genetischen Kontext, aber sie besitzen nicht dieselbe Aneignungsform der Realität.
 
Eigene Publikationen:
Essai sur le merite et la vertu, 1745;
Pensées philosophique, 1746;
Encyclopédie ou Dictionaire raisonné des Sciences, des Arts et des Métiers, 1751-1780;
Oeuvres complètes de Diderot, 20 Bde. Paris 1875-77;
 
Erwähnungen:
Rieger, F. L.: Lexikon. Prag 1862; Gillispie, E.: The Encyclopédie and the Jacobin philosophy of science. In: Critical problems in the history of science, Madison 1959; Bazin,G.: The Museum Age, Brüssel 1967; Wittlin, A. S.: Museums : In Search of a Usable Future. Cambridge/Mass. und London 1970; Deloche, B.: Museologica.Contradictions et logique du musée. In : MNES. Mâcon 1985,1989; Schaer, R.: L´invention des musées. Paris 1993; Grasskamp, W.: Museum und Encyklopädie. In:Wunderkammer des Abendlandes. Bonn 1995 [ZZS]
Die Abb. zeigt ein Porträt Diderots aus Steklac, V.: Pribehy slavnych, Prag 1989.
 

 
Dost, Dr. Wolfgang
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Museologen

 
Geboren: in Leipzig
 
Ausbildung:
Ausbildung: zum Lehrer
 
Lebenslauf:
zunächst Lehrer in Rostock;
stellvertretender Schuldirektor;
sechs Jahre außerplanmäßige Aspirantur an der Rostocker Univ., u.a. Erbringung besonderer Nachweise in Marxismus-Leninismus;
anschließend Ausbilder für Lehrer;
1986- Museumsleiter im Heimatmuseum, Wittstock;
Postgraduiertenabschluß an der Berliner Humboldt-Univ. in Museologie;
 
Hauptverdienste:
Sanierung und ausstellungstechnische Modernisierung des Heimatmuseums Wittstock.
 
Mitglied:
bis 2003 Vorstand des Museumsverbands Brandenburg e.V.
 
Erwähnungen:
Karge, Wolf: Dr. Wolfgang Dost: Aktiv in den Ruhestand.In: Museumsblätter 2/Mai 2003.
Die Abb. entstammt dem erwähnten Beitrag.
 

 
Durazzo, Giacomo Filippo
Berufsgruppe: Mäzene, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Sammler, Gründer einer musealen Institution

 
Geboren: 1719
Gestorben: 1812
Vater: Marcello Durazzo - Marcellone
Mutter: Clelia Durazzo

 
Lebenslauf:
er stammte aus einer verzweigten und reichen adeligen Familie aus Genua; wie auch sein Bruder Ippolito Durazzo (Gründer des ersten Botanischen Gartens in Genua) beschäftigte er sich mit der Natur und mit dem Sammeln; die Sammlungen befanden sich im Stadtpalais und in der Villa Carnigliano; Filippo gründete auch eine große Bibliothek, die Academia Durazzo und Kabinette für experimentelle Philosophie.
 
Hauptverdienste:
Die Mitglieder der Durrazzo-Familie sind vielfach Amateur-Wissenschaftler, Sammler und Mäzene des 18. Jahrhunderts; die Sammlungen beinhalteten traditionell Gemälde, Bücher, andere Druckwerke und Kunstwerke; was aber ganz neu war, sind vorsätzlich gesammelte Naturalien;
Die Sammlungen besuchten englische Botaniker, darunter -> James Edward Smith, der u.a. über die Durazzo-Familie schrieb: „Science is a plant of slow growth; nor is it yet a fashionable pursuit among the Genoese. The Durazzo family stand almost single as its encouragers…..Science or rather patronage, is here in its dawn.” (1807).

Giacomo Filippo arbeitete 1770 ein Projekt für ein Museum, eine Bibliothek und ein philosophisches Kabinett aus, wobei ner überzeugt davon war, daß die Sammlungen „material conditions“ für das Studium der Natur sind; im Kabinett integrierte er Naturkunde mit Naturphilosophie und sammelte hier auch wissenschaftliche Instrumente (Barometer, Thermometer, a „pneumatic machine“);

die Academia Durazzo war eine Organisation für junge Physiker und Naturphilosophen; wie systematisch Giacomo Filippo arbeitete, zeigt sich auch am System der Bibliothek; am 18. November 1812 wurde das Museum der Öffentlichkeit übergeben.
 
Erwähnungen:
Smith, J. E.: A Sketch of a Tour on the Continent. London (1807)
Klemm, Fr.: Geschichte der naturwissenschaftlichen und technischen Museen. München 1973
Jahn, I.: Geschichte der Biologie. Jena-Heidelberg 1983;
Schuster, J.: Geschichte und Idee des naturwissenschaftlichen Museums. In: Archiv für Geschichte der Mathematik,Naturwissenschaften u.Technik,11/1928/29;
Pomian K.: Collectionneurs, amateurs et curieux. Paris, Venedig. XVI.-XVIII. siecle. Paris 1987
Raggio, O.: Collecting nature in Genoa 1780-1870. In: Journal of the History of Collections, Vol.10, Nr.1, 1998;
Raggio, O.: Storia di una passione. Kultura aristocratica e collezionismo alla fine dell´ancien régime. Marseille 2000;
Schuster, J.: Geschichte und Idee des naturwissenschaftlichen Museums. In: Archiv für Geschichte der Mathematik,Naturwissenschaften u.Technik,11/1928/29;
[ZZS]

 

 
Dvorák, Max
Berufsgruppe: Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Fachwissenschaftler, Handwerk und angewandte Wissenschaft

 
Geboren: 24.6.1874 in Roudnice nad L./Raudnitz,Tschechische Republik
Gestorben: 8.2.1921 in Hrusovany / Grusbach,Tschechische Republik
 
Lebenslauf:
1905 Generalkonservator, nebenher Beschäftigung mit der Theorie der Denkmalpflege;
1909 Prof. für Kunstgeschichte an Wiener Universität und dann auch Ordinarius;
1910 übernahm er - nach -> Wickhoff - die Leitung des "Kunstgeschichtlichen Anzeigers";







 
Hauptverdienste:
Dvorak hat die Kunstgeschichte in Zusammenhang mit damaligen philosophischen und wissenschaftlichen Strömungen auf eine neue wissenschaftliche Ebene gebracht. Dvorak war der Hauptvertreter der "Wiener Schule der Kunstgeschichte". Die Wiener Schule beeinflußte die Entwicklung der Kunstgeschichte, besser gesagt, Kunstwissenschaft in breitem Maß; er beschäftigte sich auch mit Denkmalpflege in Zusammenhang mit Werken Riegl´s, die er auch veröffentlichte; in seinem "Katechismus der Denkmalpflege" schrieb er, daß der Denkmalschutz sich auf das "ganze künstlerische Gemeingut" erstreckt; die Denkmale gehören nicht nur allen heutigen Menschen, sondern auch den kommenden Generationen; Museen "sind für Denkmäler nur ein Notausgang", weil die Denkmalautentizität mit Autenzität der "Lokalität" und Autentizität der "Form" verbunden ist. Diese Unterscheidung ist auch heute noch wichtig, da leider manche Denkmalpfleger die Tendenz haben, alles unter dem Terminus "cultural heritage" zu verstehen und und dabei übersehen, wie wichtig der Unterschied zwischen "in situ" und "in fondo" (-> StránskÛ) ist.
 
Eigene Publikationen:
Dvorak hatte eine breite Publikationstätigkeit nicht nur in Österreich, sondern auch in Ausland. (Auswahl:)
Der Palazzo di Venezia in Rom, 1909;
Katechismus der Denkmalpflege,1916;
Idealismus und Realismus in der gotischen Skulptur und Malerei, 1918;
Kunstgeschichte als Geistesgeschichte, 1924;
Gesammelte Schriften zur Kunstgeschichte, 1929.
 
Erwähnungen:
Neumann, J.: Das Werk Max Dvorák´s und die Gegenwart. In: Acta historiae artium,1962/8; Kalinowski, L.: Max Dvorák i jego metoda badan nad sztuka/M. D. und die Forschungsmethode der Kunsthrschichte/Warschau 1974; Schwarzer, M.: Cosmopolitan difference in Max Dvorák´s Art Historiography. In: Art Bulletin,1992/74; Aurenhammer, H.: Max Dvorák, Tintoretto und die Moderne. In: Wiener Jb. für Kunstgeschichte, 1997/1; Bakos, J.: Vídeòská skola dejin umení a ceskÛ dejepis umení /Wiener Schule der Kunstgeschichte und tschechische Geschichte der Kunst/. In: Bulletin Moravské galerie v Brnì, 1998/54:
Die Abb. wurde dem Buch von entnommen.
[ZZS]
 

 
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